Wie sollte man reagieren, wenn…

von Redaktion

… Alkohol oder andere Drogen ins Spiel kommen? „Kinder hören früh von Alkohol und Drogen“, sagt Christoph Bornhauser. Deshalb sollten Eltern schon in der Kindheit mit ihnen darüber sprechen. „Gerne auch über eigene Erfahrungen berichten.“ Nach dem ersten Rausch sollten Eltern Ruhe bewahren. „Leidet der Jugendliche unter einem Kater, ist Zuwendung wichtig“, sagt Jürgen Wolf. Danach reden und fragen, was der Rausch gebracht hat. Bei Verdacht auf Drogenkonsum direkt auf den Jugendlichen zugehen: „Eltern dürfen und müssen alles ansprechen.“ Kritisch sei, wenn Jugendliche am Wochenende maßlos werden. „Alkohol- oder Drogenkonsum zum Stressabbau ist gefährlich. Im Zweifel eine Beratungsstelle aufsuchen“, so Wolf.

… das Kind sich einigelt und in der Null-Bock-Phase ist? Jugendliche ziehen sich zurück. „Das sollte man ihnen zugestehen“, sagt Wolf. Oft trüge der Schein: „Während sich Eltern sorgen, dass das Kind einsam ist, wird in Wahrheit Nachmittage lang mit dem Smartphone gechattet.“ Das Kind zu Aktivitäten zwingen, bringe nichts, sagt Bornhauser: „Man kann nur Vorbild sein, die eigenen Hobbys mit Spaß pflegen, Leidenschaft an einer Sache vorleben.“

… die ständigen Streitereien unerträglich werden? Gelassenheit ist gefragt. „Auf der Erwachsenenebene bleiben, nicht drohen, schimpfen oder bestrafen“, rät Wolf. Eskaliert der Streit, sollten Eltern aussteigen und sagen: „Stopp. So spreche ich nicht mit Dir, wir reden später weiter.“ Eltern sollten ihre Position klären. Geht es zum Beispiel um längere Ausgehzeiten, muss man überlegen: Was traue ich meinem Kind zu? „Man muss sich manchmal auf Experimente einlassen“, so Wolf. Ablösung heiße eben auch, sich in Situationen zu begeben, die unsicher sind. „Das ist für die Eltern oft schwieriger, als für die Kinder.“  ada

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