Internationale Pressestimmen

von Redaktion

„Martin Schulz ist nicht der einzige Parteichef, der die Auswirkungen der Niederlage der Bundestagswahlen zu spüren bekommt. In München kämpft auch Horst Seehofer um seine politische Zukunft als Chef der CSU und als Ministerpräsident Bayerns. (…) Alle drei Parteien, die bei der Wahl besiegt wurden, wanken: Die dritte ist Angela Merkel.“

Corriere della Sera (Rom)

„Dass Merkel selbst lieber Neuwahlen möchte, verwundert nicht. Sie mochte ihre Große Koalition, sie mag den Konsens, weniger gern stellt sie sich Auseinandersetzungen. Wer Chef einer Minderheitsregierung ist, kann eine derartige Wellnessdemokratie natürlich nicht buchen. Der begibt sich vielmehr in ein hartes Bundestagscamp, und der muss für jede Entscheidung einen oder mehrere Partner suchen. Da braucht man in seinem Marschgepäck Argumente, Wettstreit, inhaltliche Auseinandersetzung. Genau davon hat Deutschland in den vergangenen vier Jahren GroKo zu wenig gehabt. Es gibt Nachholbedarf.“

Der Standard (WIEN)

„Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz hat sich als Vorsitzender des Europaparlaments jahrelang für einen verantwortungsvollen und konstruktiven Zugang zur Politik eingesetzt. Und jetzt, nachdem er das Parlament verlassen hat, um in die deutsche Politik zurückzukehren, lehnt er verbissen die Duldung einer Minderheitsregierung oder eine Neuauflage der Großen Koalition ab. (…) Und deshalb sieht es wenige Tage nach dem Zusammenbruch der Jamaika-Verhandlungen danach aus, dass dieses Fiasko am Ende nicht Angela Merkel schadet, sondern Schulz, der an den Gesprächen überhaupt nicht teilgenommen hatte.“

Hospodarske Noviny (Prag)

„Was Europa nicht braucht, ist eine deutsche Lähmung. Die EU braucht eine starke deutsch-französische Achse, die die Zusammenarbeit in Sachen gemeinsame Außengrenzen und Klima stärkt (…), Ungleichheiten bekämpft und für Ruhe rund um den Euro sorgt. Nur der alte Regierungspartner SPD kann gemeinsam mit Angela Merkel die nötige politische Stabilität gewährleisten. Das mag beängstigend sein für eine Partei, die gerade ein Wahldebakel erlebt hat. Aber die Alternative wäre noch beängstigender.“ Politiken (KOpenhagen)

Artikel 3 von 5