1995 mündete in Bayern das erste Bürgerbegehren in einen Bürgerentscheid. Mit durchschnittlich 134 Entscheiden pro Jahr und einer Erfolgsquote von 43 Prozent liegt Oberbayern auch im Bundesvergleich weit vorn. Eine Auswahl:
Kaum ein Bürgerentscheid hat so hohe Wellen geschlagen wie die Entscheidung der Feldafinger (Kreis Starnberg) im Jahr 1997: Die Gemeinde entschied, auf das „Museum der Phantasie“ mit Lothar-Günther Buchheims international beachteter Expressionisten-Sammlung zu verzichten.
Die Lage war kurios: Die Münchner wurden befragt, ob am Flughafen München, der im Erdinger Moos zwischen Erding und Freising liegt, eine dritte Startbahn gebaut werden soll. Betroffen wären Gemeinden im Kreis Freising gewesen. Das Bündnis „Aufgemuckt“ machte mobil, die Münchner entschieden im Juni 2012 gegen den Ausbau.
In Tegernsee (Kreis Miesbach) dominierte jahrelang ein Steg an der Promenade die Diskussion. Der Steg ist ein 200 Meter langer Lückenschluss am Seeufer. 2013 dann der Entscheid: Das Begehren, das sich für den Bau einsetzte, setzte sich durch.
Zwei Kommunen und zwei Landkreise mussten im November 2013 entscheiden: Soll sich die Region für die Olympischen Winterspiele 2022 bewerben? In Garmisch-Partenkirchen, München sowie den Kreisen Berchtesgadener Land und Traunstein fand sich keine Mehrheit für eine Bewerbung, das Votum dagegen fiel deutlich aus.
Streitpunkt Baum: In Peiting (Kreis Weilheim-Schongau) hätte im Oktober 2016 ein Straßenbauprojekt an der Initiative von Baumschützern scheitern können – hätten die Bürger dem Baumerhalt nicht mit knapp 80 Prozent Gegenstimmen eine Absage erteilt. Die eigentliche Schlacht wurde aber schon im Vorfeld geschlagen – in Form von Leserbriefen. kb