Mamas Erbe – wer hat Chancen auf die Rolle?

von Redaktion

München – Insider munkeln, dass der Nockherberg sich noch weiter vom klassischen Politiker-Derblecken entfernen könnte. Die Tendenz war ja schon da, wenn man Michael Lerchenbergs zornige Barnabas-Reden mit Luise Kinsehers eher milder Mama Bavaria vergleicht. Wäre das also nicht die Gelegenheit für den „Nachwuchs“, der aus der Comedy-Ecke kommt? Einer wie Harry G?

Der kann sich das zumindest vorstellen, „auch wenn Luise Kinseher das acht Jahre lang fabelhaft gemacht hat und ich ihr haushoch unterlegen wäre“, sagt er. Ein politischer Kabarettist ist der 38-Jährige zwar nicht, aber Münchner Themen spricht er direkt an. „Klar, Themen wie Münchner Leben, wie Münchner Wohnraum, die brennen mir unter den Nägeln.“ Alles sei offen, und wenn eine Anfrage käme, dann würde er sich das schon überlegen.

Andere bayerische Kabarettisten äußern sich viel zurückhaltender. „Alles zu seiner Zeit“, sagt Andreas Giebel. „Bis zum nächsten Nockherberg wird noch viel Wasser die Isar hinunterfließen. Humor ist ja der Schwimmgürtel im Strom des Lebens. Ich gehöre zu den Menschen, die sich erst Gedanken machen, wenn etwas so weit ist.“

Der Münchner Kabarettist Helmut Schleich sagt: „Wer als Papst ins Konklave geht, der kommt als Kardinal wieder raus.“ Mit Händen und Füßen wehren würde er sich gegen die Rolle allerdings wohl nicht.

Ganz neu am Nockherberg wäre ein Münchner Alt-OB mit Kabaretterfahrung. Christian Ude lacht. „Meine staatsmännische Antwort lautet: Mein einziger Wunsch an die Nachfolge ist, dass die Brauerei nach Qualität aussucht und sich nicht auf Politiker-Vorschläge einlässt.“ Im Übrigen „verweigere ich jede Art der Äußerung, die mich ins Gespräch bringt“.

Demnächst wird es ja einen fränkischen Ministerpräsidenten geben – würde dann nicht auch fränkischer Humor zum Nockherberg passen? Martin Rassau und Volker Heißmann alias Waltraud und Mariechen sind wenig interessiert. „Das ist nix für uns! Wir sind überhaupt keine politischen Kabarettisten, wir wollen, dass bei uns aus dem Bauch gelacht wird.“ Matthias Bieber

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