Schöne alte Bauernhöfe, ringsum Felder. Hin und wieder rattert ein Traktor durch die Straßen. Es könnte idyllisch sein. Doch an diesem Montag hat sich über das beschauliche 200-Seelen-Örtchen Untersöchering eine unwirkliche Stille gelegt. Das Dorf scheint vereint in Trauer um den Schauspieler Siegfried Rauch, der am Sonntag im Alter von 85 Jahren an den Folgen eines Treppensturzes gestorben ist. „Er war einer von uns“, sagt ein Landwirt. Noch immer können viele Einwohner nicht fassen, dass „der Sigi“ nicht mehr am Leben ist. Die meisten winken ab, wenn man sie auf ihren berühmten Nachbarn anspricht; manche kämpfen mit den Tränen. „Nichts für ungut. Sigi hätte kein Aufsehen gewollt“, murmelt einer.
Unkompliziert, hilfsbereit, bodenständig – so kannte auch Brigitte Matheis den Fernsehstar. 26 Jahre lang wohnte die Mesnerin der St. Margarethenkirche neben den Rauchs. „Als meine Tochter mal ein Referat über ihren Berufswunsch halten musste, hat er ihr über die Schauspielerei erzählt“, erinnert sich die 53-Jährige. Er sei ein „ganz normaler Nachbar“ und naturverbunden gewesen. „Er war sehr aktiv. Er ist viel ins Holz gegangen.“ Dem gebürtigen Landsberger gehörte ein Stück Wald, das er vor 30 Jahren gekauft hatte. Im Jahr 1973 zog er mit seiner Familie nach Untersöchering in das alte Bauernhaus, das er nach dem Kauf komplett saniert hat. Die Liebe zur Natur und zu seiner Heimat zeichneten Rauch aus. Jenen Mann, der als „Traumschiff“-Kapitän in jenen Ländern arbeitete und drehte, in denen andere Urlaub machen. „Er wird uns hier sehr fehlen“, sagt Matheis traurig. Daniela Schmitt