1995 bis 2003
Als der junge Markus Söder den Landesvorsitz der Jungen Union übernimmt, heißt der Kanzler Helmut Kohl. In seine Zeit fallen nicht nur Debatten über Sozialpolitik und Generationengerechtigkeit, sondern auch die Kanzlerkandidatur Edmund Stoibers. Der forsche Söder macht sich mit provokanten Forderungen einen Namen – und Feinde. Er lernt das Strippenziehen.
2003 bis 2007
Als Stoiber den 36-Jährigen als Nachfolger von Thomas Goppel vorstellt, lobt er: „Mir haben seine mutigen Einlassungen als JU-Vorsitzender und seine Bereitschaft anzuecken imponiert.“ Er bekommt ein großes Podium für seine Vorstöße. Zunächst einmal muss Söder 2007 in Kreuth aus nächster Nähe den politischen Überlebenskampf einer Partei-Ikone beobachten. Am Schluss gehört er zu den letzten Stoiberianern – das Band hält bis heute.
2007 bis 2008
Nach der Ernennung Günther Becksteins zum Ministerpräsidenten erlebt Söder eine Enttäuschung: Als Stoiber-Vertrauter bekommt er das Amt des Europaministers – ohne eigenes Haus in der Staatskanzlei. Söder nimmt die Herausforderung an und erklärt sich zum „bayerischen Außenminister“. Der Kunst-Leistungskurs eines Nürnberger Gymnasiums malt die Europakarte auf die Wand seines Büros.
2008 bis 2011
Unter Horst Seehofer bekommt Söder mehr zu tun. Die Bandbreite seines Jobs als Umweltminister reicht vom Tierschutz bis zur Reaktorsicherheit, von der Krankenversicherung bis zum Klimaschutz. Söder erfindet fix eine neue Marke: „Lebensministerium“.
2011 bis gestern
In das Amt kommt Söder unverhofft, nach dem Georg Fahrenschon fluchtartig zurückgetreten war. Dank sprudelnder Steuereinnahmen kann Söder die Staatsausgaben kräftig erhöhen und dennoch Schulden tilgen. Größte Herausforderung ist das Landesbank-Debakel, das ihm seine Vorgänger eingebrockt haben. Es gelingt ihm mit forschem öffentlichem Auftreten („I want my money back“) und mühsamen Verhandlungen in Hinterzimmern. Seit 2011 ist Söder auch „Heimatminister“.