Entlassungswelle im Kabinett: Am Mittwoch haben alle Minister und Staatssekretäre in Bayern automatisch ihren Job verloren – denn in diesem Moment trat Ministerpräsident Horst Seehofer zurück. Markus Söder kann sich ein komplett neues Kabinett aufbauen. Er plant einen größeren Umbau.
Schlüsselfrage Finanzministerium: Infrage kommen vor allem Söders Staatssekretär Albert Füracker aus der Oberpfalz und die Oberbayerin Ilse Aigner. Sie könnte sich das Amt wohl einfach aussuchen, hat sich aber wohl noch nicht entschieden.
Die Staatskanzlei: Hier residiert immer auch ein Minister, der die Regierungsgeschäfte im Alltag koordiniert. Der Oberbayer Marcel Huber hat zwar kein Problem mit Söder, wird den Posten aber wohl räumen und ein „echtes“ Ministerium übernehmen. Umwelt oder Landwirtschaft wären für den gelernten Tierarzt (in der Politik einer der wenigen Quereinsteiger) gut geeignet. Nachrücken könnten dann Füracker, der Münchner Staatssekretär Georg Eisenreich oder der Freisinger Innenpolitiker Florian Herrmann.
Der Innenminister: Joachim Herrmann will bleiben – Söder wird es seinem fränkischen Kollegen, der in der CSU zuletzt arg umhergeschubst wurde, kaum verwehren.
Das Kultusministerium: Vermutlich wird das Riesen-Ministerium wieder geteilt in Schule und Hochschule. Dann könnte der Münchner Ludwig Spaenle vorerst bleiben; der Niederbayer Bernd Sibler, bisher Staatssekretär, könnte zum Minister aufrücken. Beider Aufgabe: Die zigtausenden Stellen, die zuletzt in die Bildungslandschaft gesteckt wurden, auch mal der Öffentlichkeit anders zu vermitteln als mit ewigen Negativschlagzeilen über das Schulsystem.
Vor dem Karriereende: Zwei Minister verlassen im Herbst die Politik – gut möglich, dass Söder Emilia Müller (Soziales) und Helmut Brunner (Landwirtschaft) bittet, vorher schon Platz zu machen, um ihm einen größeren Neuanfang zu ermöglichen.
Die Frauenquote: Offiziell gibt es keine Quote im Kabinett, Söder wird jedoch darauf achten, dass der Frauenanteil nicht weiter sinkt. Als sicher gilt deshalb die Weiterbeschäftigung von Ulrike Scharf, Melanie Huml und wahrscheinlich auch Beate Merk.
Die Höchstgrenze: Die Verfassung schreibt eine Obergrenze für Minister und Staatssekretäre vor. 17 sind erlaubt. Verlockend, wenn auch wenig nützlich: „Beauftragte“ für dies und das zu ernennen. cd