Tunesien – auf dem holprigen Weg in eine bessere Zukunft

von Redaktion

Tunesien ist das nördlichste Land Afrikas und nur 150 Kilometer von Sizilien entfernt. Es ist ungefähr so groß wie Österreich und hat rund elf Millionen Einwohner. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 15 Prozent, wobei junge Menschen, Frauen, Akademiker und die benachteiligten Regionen im Binnenland überproportional betroffen sind, wie das Auswärtige Amt ermittelt hat. Erschwerend kommt hinzu, dass gut die Hälfte der Bevölkerung jünger als 30 Jahre ist (LIPortal/GIZ). Viele träumen von einem besseren Leben in Europa. Deutschland ist ein Sehnsuchtsort. Aber auch Italien wegen der geographischen Nähe und Frankreich wegen der gemeinsamen Sprache. Insgesamt spielt Tunesien bei der Migration nach Europa aber eine kleine Rolle. 2016 stellten 974 Tunesier einen Asylantrag in Deutschland, gleichzeitig gab es in dem Jahr 885 Ablehnungen. Zum Stichtag 30. November 2017 waren insgesamt 1420 Tunesier ausreisepflichtig, davon hatten 983 Personen eine Duldung. Zum Vergleich: Ende September 2017 lebten gut 620 000 anerkannte Flüchtlinge in Deutschland, über die Hälfte davon aus Syrien. In Bayern hielten sich Ende 2017 insgesamt 23 704 Menschen auf, deren Asylantrag vom zuständigen Bundesamt abgelehnt wurde. Die Bundesregierung diskutiert seit längerem schnellere Abschiebemodalitäten für abgelehnte Asylbewerber aus Tunesien, auch als Konsequenz aus dem Fall des Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri, der tunesischer Staatsbürger war.  ada

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