Das plant die Bahn

von Redaktion

Streckenausbau, Modernisierung, Gratis-Internet: Die Projekte der kommenden Jahre

München – Es gibt viele Baustellen im S-Bahn-Netz. Nicht nur die zweite Stammstrecke beschäftigt die Planer, auch auf den Außenästen und bei der Technik allgemein herrscht Verbesserungsbedarf. Wo sich etwas tut: ein Überblick über einige wichtige Vorhaben.

Die S7: Zwei Gleise, mehr Züge

Der Ausbau der S7 Ost wird schon seit Jahrzehnten diskutiert. Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland plädiert für den zweigleisigen Ausbau zwischen Giesing und Neuperlach, um auf der Strecke bis Höhenkirchen einen 15-Minuten-Takt zu schaffen. Ein kleiner Lichtblick: „Die S7 steht auf unserer Agenda“, sagt Frank Kutzner vom Verkehrsministerium fällt die S7 unter die „zu untersuchenden Maßnahmen“. Konkrete zeitliche oder finanzielle Pläne gebe es dazu aber nicht. Es sei zu klären, welche Abschnitte zweigleisig ausgebaut werden und wo Kreuzungsbahnhöfe reichen.

Dazu gehört auch der West-Ast der Strecke. Dort sollen mehr Züge für verbesserte Pünktlichkeit sorgen: Eine sogenannte „überschlagende Wende“ soll ab 2020 möglich sein. Dann stehen zusätzliche 30 S-Bahn-Züge vom Typ ET 420 zur Verfügung, alte „Olympia-S-Bahnen“, die derzeit modernisiert werden. Mehr neue Züge werden erst mit Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke angeschafft.

Durch die Modernisierungsaktion seien Züge verfügbar, die an der Endhaltestelle Wolfratshausen bereitstehen, damit sie bei einer Verspätung aus der Gegenrichtung trotzdem pünktlich abfahren können. „Das ist ein kleiner Beitrag, um die Verspätungen zu reduzieren“, sagt BEG-Geschäftsführer Niggl. Außerdem könnten so längere Züge gebildet werden, um das Fahrgastaufkommen besser zu bewältigen.

Die S4: Drei Gleise nach Westen

Der dreigleisige Ausbau der S4 West von Pasing nach Eichenau ist mitten in der Vorplanung, sagt Bernd Pfeiffer, in München zuständig für Großprojekte der DB Netz. Der Bau werde bis 2030 dauern. Schneller sei der Ausbau nicht zu machen – es gelte, Varianten zu prüfen, Grundstücke zu organisieren und den Ausgleich mit den betroffenen Anliegern zu suchen. Untersuchungen hätten ergeben, das ein viergleisiger Ausbau, wie ihn S-Bahn-Initiativen fordern, nicht notwendig sei, so Frank Kutzner, Leiter Projektgruppe Bahnausbau München im bayerischen Verkehrsministerium.

Problemfall Stellwerk Ost

Ende Februar sorgte das Stellwerk in München-Ost für Schlagzeilen. Kurzschlüsse legten stundenlang die Stammstrecke lahm. Die Bahn befindet sich nun in den Vorplanungen, die 45 Jahre alte Anlage mit ihren rund 50 000 ausfallanfälligen Relais durch ein elektronische Stellwerk (ESTW) zu ersetzen – noch vor dem Bau der zweiten Stammstrecke. Die Kosten beziffert der Konzern auf mindestens 150 Millionen Euro. Man sei in Abstimmung mit Bund und Freistaat, was die Finanzierung angehe. Der Zeithorizont: drei bis fünf Jahre. Es sei nicht möglich gewesen, früher mit der Planung zu beginnen. Wegen „technischer Abhängigkeiten zur zweiten Stammstrecke“ musste laut Bahn erst die Planung und Finanzierung für den Tunnelbau geklärt werden.

Gratis-Internet in der S-Bahn

Die S-Bahn geht online – zumindest eine. „Wir werden das im Rahmen des Modernisierungsprogramms in einem Zug testen“, versprach S-Bahn-Chef Heiko Büttner beim S-Bahn-Gipfel. Einbau und Betrieb von WLAN seien aber eine Kostenfrage. Es gelte zuerst, das Nutzungsverhalten zu untersuchen.  ja

Artikel 4 von 4