RUND UM DIE EM-BEWERBUNG

von Redaktion

Wie stehen die deutschen Chancen?

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will erstmals nach 1988 wieder eine EM ausrichten. DFB-Präsident Reinhard Grindel bezeichnet die Kandidatur als „Leuchtturmprojekt“. Unter dem Motto „United by Football“, vereint im Herzen Europas, soll ein neues Sommermärchen aufkommen. Fragen und Antworten zu der Vergabe:

Deutschland ist eigentlich Favorit. Logistik und Infrastruktur sind auf Topniveau. Die für die WM 2006 gebauten oder renovierten Stadien benötigen nur ein Modernisierungs-Update. Das Weltmeister-Land ist über alle organisatorischen Zweifel erhaben. Hinter den Kulissen wird jedoch gemahnt, die Türkei ernst zu nehmen. Präsident Recep Tayyip Erdogan will das Turnier unbedingt. Zudem scheiterte die Türkei zuletzt zwei Mal bei der Bewerbung um Fußball-Turniere. Am Bosporus herrscht die Meinung vor, man sei nun dran.

Die Stadien sind auch in der Türkei auf hohem Level und die notwendigen Staatsgarantien sind unter Erdogan kein Problem. Ein Fehler würde es sein, heißt es beim DFB, zu sehr auf fehlende Meinungs- und Pressefreiheit hinzuweisen. Demokratiemangel ist bei Abstimmungen von Fußball-Funktionären schon oft kein Wahl-Hindernis gewesen. Gerade bei den osteuropäischen UEFA-Delegierten genießt die Türkei viel Sympathie.

14 Städte bewarben sich, zehn wurden vom DFB ausgesucht. Berlin,  Leipzig, Hamburg, Dortmund, Gelsenkirchen, Köln, Stuttgart, Frankfurt und München bekamen wie bei der WM 2006 den Zuschlag, dazu diesmal auch noch Düsseldorf. Bremen und Mönchengladbach sowie die WM-Spielorte Hannover und Nürnberg wurden aussortiert.

Am 27. September entscheidet das UEFA-Exekutivkomitee über den Ausrichter. 18 Mitglieder dürfen ihre Stimme abgeben. DFB-Chef Reinhard Grindel und sein türkischer Kollege Servet Yardimci können an der Wahl nicht teilnehmen. Den Zuschlag bekommt, wer die meisten Stimmen erhält. Bei einem Patt entscheidet die Stimme des UEFA-Präsidenten Aleksander Ceferin.  awe/mm

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