Kriminalrat Arno Helfrich, Leiter Prävention und Opferschutz im Kommissariat 105 in München, gibt Tipps, wie Sie Ihr Zuhause trotz Abwesenheit vor Einbrechern sichern können.
Wie kann man die eigenen vier Wände vor der Fahrt in den Urlaub einbruchsicher machen?
Nachbarn oder eine Vertrauensperson aus dem Familienumfeld sollten informiert sein und nach dem Rechten sehen. Außerdem sollte man den Anrufbeantworter am besten abschalten und nicht mit der Ansage „Wir sind jetzt zwei Wochen auf Mallorca“ besprechen. So ein Spruch lockt schon einmal ungebetene Gäste ins Haus. Wichtig ist auch, dass die Tür gescheit abgesperrt wird und die Fenster geschlossen sind. Ein alter Spruch besagt, ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster. Um das Haus herum sollten Einstieghilfen wie Leitern weggeräumt werden und Gartenmöbel nicht als Kletterhilfen an die Wand gestellt werden. Gartenmöbel sollten lieber weggeräumt oder sicher verstaut werden.
Wie kann man potenzielle Einbrecher trotz Abwesenheit abschrecken?
Die Nachbarn können hier schon eine große Hilfe sein. Wenn sie regelmäßig den Briefkasten leeren, die Rollos rauf und runter lassen und einen Blick auf die Wohnung haben, entsteht der Eindruck, die Bewohner seien zuhause. Eine weitere Möglichkeit sind Zeitschaltuhren an den Rollos oder an den Lichtern. Wenn das Licht am Abend für einige Zeit automatisch ein- und später wieder ausgeschaltet wird, schreckt das häufig ab. Alternativ kann auch eine kleine Stehlampe dauerhaft eingeschaltet bleiben. Das hat in etwa denselben Effekt.
Die sozialen Medien spielen für viele im Urlaub eine große Rolle. Wie sollte man sich hier verhalten?
Auch wenn es heutzutage vielen schwerfällt, sollte man im Urlaub Facebook und Co. nicht oder nur sporadisch bespielen. Es gab schon Einbrüche, nachdem zuvor Urlaubsfotos gepostet wurden. Da haben die Einbrecher die Adresse rausgefunden und, weil sie wussten, dass niemand zuhause ist, in aller Seelenruhe die Wohnung ausgeräumt. Man sollte immer bedenken: Nur weil es Freund heißt, ist nicht gesagt, dass es auch ein Freund ist.
Was sollte man tun, wenn doch etwas passiert ist?
Man sollte vermeiden, neue Spuren zu legen und direkt mit der 110 die Polizei rufen. Leider liegt der Vorfall meistens schon ein paar Tage zurück, das macht die Aufklärung schwerer.
Interview: Sebastian Schuch