Seit 2008 wird an Bayerns größtem Bauprojekt gearbeitet – nach über 40 Jahren Streit und Diskussionen über den Verlauf der Autobahn von München nach Passau. Erst wurde die Strecke bis August 2011 von Forstinning nach Pastetten um 6,2 Kilometer verlängert. Für eine direkte Anbindung zwischen München und Passau wird die A 94 seit Februar 2016 zwischen Pastetten und Heldenstein ausgebaut, mitsamt vier Großbrücken. Ende Oktober 2019 soll das 33 Kilometer lange Teilstück fertig sein. Gesamtkosten: zwischen 450 und 500 Millionen Euro.
Die zweite Stammstrecke in München ist das größte Bauprojekt in der Landeshauptstadt. Durch zusätzliche Schienen soll die bisherige Stammstrecke zwischen den Stationen Laim und Leuchtenbergring auf rund zehn Kilometern entlastet werden. Auf der neuen Trasse halten die S-Bahnen nur noch an fünf statt bisher elf Bahnhöfen. Drei der fünf Stationen sind unterirdisch, ein neuer, sieben Kilometer langer Tunnel und neue Bahnhöfe müssen gebaut werden. Im April 2017 begannen die Bauarbeiten, bis 2026 sollen sie dauern. Zuletzt kam es zu Verwerfungen bei dem 3,8-Milliarden-Euro-Projekt, von Fehlplanungen war die Rede.
Auf über zwei Kilometern wird durch Starnberg bald ein Tunnel gebaut, um dem Durchgangsverkehr auf der B 2 von Südwesten eine direkte Anbindung zur A 952 zu schaffen. 18 000 Autos sollen ab 2016 täglich durch den Tunnel fahren. Die Baufreigabe liegt seit März 2017 vor, seit dem Jahreswechsel sind die Kosten von rund 200 Millionen Euro im Bundeshaushalt eingeplant. Der Spatenstich für den Tunnel ist diesen Juli geplant, die eigentlichen Bauarbeiten beginnen erst 2021.
Seit vergangenem Jahr wird die A 96 München-Lindau zwischen den Anschlussstellen Gemering- Süd und Oberpfaffenhofen von vier auf sechs Spuren ausgebaut. In Richtung Lindau werden bei Gemering und Gilching Lärmschutzgalerien mit zusätzlichen Lärmschutzwänden errichtet und entlang der Strecke auf insgesamt vier Kilometern weitere Lärmschutzwände und -wälle. 2020 soll das 100-Millionen-Euro-Projekt abgeschlossen sein. ses