Sechs Wandertipps für die Pfingstferien

von Redaktion

Schön soll es werden am Wochenende, vor allem am Sonntag. Wanderexperten des Deutschen Alpenvereins (DAV) haben für unsere Leser sechs Touren ausgesucht – die für jeden machbar sein sollten, der gut zu Fuß ist.

ZUSAMMENGEFASST VON WOLFGANG HAUSKRECHT

Josef Hundegger von der DAV-Sektion Lenggries mag diese Rundtour. Die Lenggrieser Hütte liegt am Rand eines Kessels in den Bayerischen Voralpen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Vom Parkplatz in Hohenburg folgt man dem Grasleitensteig 621. Nach einem Stück durch den Ortsteil Mühlbach wandert man aufwärts mit tollem Blick ins Isartal. Etwas steiler geht es zum Waldrand. Der Steig quert die Südwest-Seite des Grasleitenkopfs, nach zweieinhalb Stunden ist die Lenggrieser Hütte erreicht. Hier gibt es bis 19 Uhr warme Küche. Von der Hütte geht es in 40 Minuten auf dem Weg 621/622 zum Seekarkreuz mit Blick ins Karwendel, zum Achensee und ins Alpenvorland. Nach einer Gipfelrast geht es zurück zur Lenggrieser Hütte auf einen Nachtisch mit Bergblick. Abstieg über den Sulzersteig.

Zug: BOB bis Lenggries. Von dort etwa 1,5 Kilometer zu Fuß über Bahnhof-, Karwendel- und Hohenburgstraße zum Start/Ziel: Wanderparkplatz Hohenburg; Strecke: 13 km; Aufstieg: 922 Höhenmeter; Dauer: 6 Stunden.

Die Tour von Werner Trax führt ebenfalls in die Voralpen, zur Brünnsteinschanze. Los geht es am Berggasthof Rosengasse in Oberaudorf (Sudelfeld), anfangs Richtung Brünnsteinhaus bis zur Rosengassen-Alm. Ab hier zieht sich ein teils steiler Wanderweg in den Wald über Wurzelpassagen, bis man am Waldrand einen Weidezaun übersteigen muss. Nun wird es eben, über Wiesen und kurze Waldstücke geht man in Richtung Brünnsteinhaus, teils über Holzstege durch Sumpfwiesen. Links taucht immer wieder die Brünnsteinschanze auf. Der Pfad mündet auf einen Fahrweg, dem man bergab Richtung Brünnsteinhaus folgt, bis es nach links zur Seelacher-Alm abzweigt. Nun geht’s wieder steil über eine Wiese und durch den Wald bis auf einen Sattel. Vor einem liegt die Seelacher-Alm. Man verlässt den Wanderweg und folgt der Pfadspur rechts über die Wiese auf dem Hangrücken und dann nach links auf den Gipfel-Wiesenbuckel der Brünnsteinschanze zu. Bis zur Gipfelwiese ist es teilweise sehr steil. Der Abstieg erfolgt entlang des Aufstiegswegs. Achtung: Unterwegs gibt es keine Einkehrmöglichkeit.

Zug: kein naher Bahnhof. Start/Ziel: Parkplatz Berggasthof Rosengasse; Strecke: 8,5 km; Aufstieg: 450 Höhenmeter; Dauer: 4 Stunden.

Jochen Brune von der DAV-Sektion Augsburg geht immer wieder gerne die Panoramarunde Rott im Pfaffenwinkel im Fünf-Seen-Land. Es ist ein leichter Spaziergang durchs Hügelland der Eiszeitmoränen. Man kommt vorbei an Weiden und Streuobstwiesen sowie einem für Oberbayern typischen Filz, einem moorigen Waldstück. Los geht es am Parkplatz hinter der Kirche. Richtung Reichling geht man hinaus aus dem Dorf, bis nach rechts ein Kreuzweg abbiegt, der in den Wald hinaufführt. In Serpentinen führt dieser an Kreuzwegstationen vorbei auf den Berg mit seiner Kreuzgruppe und der Kapelle. Hinter der Kapelle geht es aus dem Wald heraus. Durch eingezäunte Weiden führt ein Feldweg zu einer Panoramatafel mit Kreuz und Bank. Danach geht es hinunter zum Ortsausgang von Rott, wo sich auch die Kapelle St. Ottilien befindet. Hinter der Kapelle führt ein geteerter Weg nach Norden. Vorbei an einem Aussichtshügel biegt man auf den Feldweg ab, der auf den Pfaffenbühlfilz zuführt, vorbei an einem Flugplatz bis zur nächsten Abzweigung. Dort nimmt man den rechten Weg nach Rott. Hier lädt der „Gauklerhof“ zur Einkehr ein. Die Hauptstraße führt wieder in den Ort zurück zum Parkplatz.

Zug: bis Landsberg am Lech oder Weilheim, Bus bis Rott. Start/Ziel: Parkplatz in der Kirchstraße, hinter Kirche und Friedhof; Strecke: 5,9 km; Aufstieg: 60 Höhenmeter; Dauer: 1,5 Stunden.

Die Hochries am Nordrand der westlichen Chiemgauer Alpen bietet eine traumhafte Aussicht. Die Tour von Wolfgang Eder (DAV-Sektion Rosenheim) beginnt am Wanderparkplatz Spatenau. Von hier führt der Weg 216c bis zur Spatenau. Hier wählt man den linken Abzweig über den Weiderost zur Hochries. Vorbei an zwei Almen geht es zur Wimmer-Alm. Hier lohnt sich wegen des grandiosen Blicks eine Rast. Kurz nach den Seitenalmen zweigt der Weg links ab und führt zum Westrücken der Hochries. Von hier sind es nur noch Minuten bis zum Gipfel und zur Einkehr in der Hochrieshütte. Der erste Teil des Abstiegs ist identisch mit dem Aufstieg und führt zum Ende des Westrückens. Hier geht man nicht rechts zu den Seitenalmen, sondern den Weg 221 geradeaus. Bei der Einsattelung zwischen Hochries und Karkopf mit Wegkreuz und Bank kann man wählen: geradeaus über den Karkopf, was wegen einer Kletterstelle Schwindelfreiheit voraussetzt. Oder die einfache Umgehung um den Karkopf herum. Beide Wege treffen sich an der Pölcher-Schneid. Hier führt der Weg 216d zur Sachrinnstein-Hütte, wo der Karrenweg über die Doaglalm zum Parkplatz führt.

Zug: bis Rosenheim, dann mit dem RVO-Bus 9493 nach Grainbach. Ab hier muss man bis zum Ausgangspunkt zwei Kilometer zu Fuß gehen. Start/Ziel: Wanderparkplatz Spatenau; Strecke: 10,4 km; Aufstieg: 868 Höhenmeter; Dauer: 5 Stunden.

Franz-Xaver Six von der DAV-Sektion Straubing empfiehlt eine zweitägige Rundtour in den Chiemgauer Alpen in Tirol. Sie führt von Erpfendorf über den Gernweg zum Straubinger Haus, wo man übernachtet, und zurück nach Erpfendorf. Die Rundtour auf schmalen Pfaden ist anspruchsvoll, aber klettertechnisch leicht, und bietet Fernsichten in alle Himmelsrichtungen, wobei der Wilde Kaiser am imposantesten zu sehen ist. Tag eins führt über felsiges Gelände, Wälder und Almen zum Straubinger Haus, wobei sich tolle Ausblicke bieten. Tag zwei führt bis zu den Durchkaser-Almen und weiter zum Gasthaus Steinplatte. Von da geht es zur Stallenalm und über den Grünwaldsteig nach Waidring. Von dort mit dem Postbus zurück nach Erpfendorf, Halt Schredfeld.

Zug: Mit der Bahn nach St. Johann in Tirol und OBB-Postbus nach Erpfendorf, Haltestelle „Schredfeld“. Von dort ein Stück zurück und beim Schild „Eggenalm“ zum Gut Hanneshof und Golfplatz. (Fahrplanauskünfte unter www.vvt.at.) Start/Ziel: Erpfendorf, Salzburger Straße 71 (Parkplatz beim Gut Hanneshof); Strecke: 17 km; Aufstieg: 1129 Höhenmeter; Dauer: 8 Stunden in 2 Tagen.

Die Loisachfilze sind Teil der Moorlandchaft im Pfaffenwinkel zwischen Kochelsee und Penzberg. Diese ebene Tour führt durchs Moor und an der Loisach entlang, sowie über Hügel am Nordrand der Loisachfilze. Man hat tolle Blicke auf die Voralpen. Die Rundtour kann man an vielen Stellen starten, Helge Tielbörger von der DAV-Sektion München und Oberland geht am Urthaler Hof los: vom Parkplatz entlang der B472 bis zur Unterführung, dort hindurch und weiter auf einem Feldweg bis zum Weiler Unterriedern. Dort gibt es zwei Wegalternativen, eine führt direkt am Riderner Weiher entlang. Der Forstweg erklimmt einen Hügel, nach einem Waldstück öffnet sich der Blick in die Berge. Die Tour führt weiter über St. Johannisrain, Edenhof und Schöhnmühl. Dann weiter entlang der Loisach und durchs Moor wieder zum Urthaler Hof, wo man wunderbar einkehren kann.

Zug: bis nach Penzberg. Dann über die Bahnhofstraße in die Meichelbeckstraße und Ludwig-März-Straße, aus dem Ort raus auf den Hügel bei St. Johannisrain. Start/Ziel: Parkplatz Urthaler Hof, Urthal 4, Sindelsdorf; Strecke: 10,6 km; Aufstieg: 32 Höhenmeter; Dauer: 2,5 Stunden.

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