München – Für Miriam Smolka ist es das erste Bienenjahr. Die 48-jährige Schauspielerin (Marienhof, Küstenwache, Rosenheim-Cops) hat das Hobby-Imkern für sich entdeckt. In ihrem Schrebergarten im Süden Münchens stehen zwei Bienenstöcke. Sie komme vom Land, die Sehnsucht nach Natur sei immer da gewesen. „Als in der Kleingartenanlage Imker gesucht wurden, war klar: Ich mache einen Kurs.“
Smolka liegt damit im Trend. Seit Jahren wächst die Zahl der Bienenhalter in München. 970 Imker sind im Stadtgebiet gemeldet, 2016 waren es noch knapp 150 weniger. Sie halten mehr als 4000 Völker an etwa 890 Standorten, heißt es aus dem Kreisverwaltungsreferat.
Wenn Miriam Smolka von ihren Bienen spricht, sprüht sie vor Begeisterung. „Ich fühle mich wie eine Mutter, die ihr erstes Kind bekommen hat.“ Und stellt damit klar: Wie ein Baby machen ihre knapp 50 000 fliegenden Geschöpfe viel Arbeit.
Die Schauspielerei hat Smolka fast vollständig an den Nagel gehängt. Mit wochenlangen Drehs wäre die Imkerei nicht vereinbar. „Ich bin schon überrollt von dem, was mir abverlangt wird.“
„Viele stellten sich die Imkerei einfacher vor“, sagt Michael Zettler, Vorsitzender des Imkereivereins München und Umgebung. „Wer die Leidenschaft entwickelt, bleibt aber dabei.“ 1500 Euro hat Smolka investiert, in Kurse und Material. Urlaub zwischen Mai und Ende Juli? Fällt flach. Als es im Mai so kalt war, spürte sie die Verantwortung. „Ich habe mir Sorgen um meine Bienen gemacht. Sie sind keine Streicheltiere, aber sie rühren einen.“ Bei Problemen ist sie nicht allein. Die Jung-Imker haben sich vernetzt, ganz modern über Whatsapp.
Die meisten, sagt Smolka, haben nur wenige Völker – im Gegensatz zu früher, als es weniger Imker gab, diese aber oft mindestens zehn Völker hielten. „Es geht um die Verbundenheit mit der Natur, um die Beobachtung der faszinierenden Bienen“, sagt Smolka. Und der köstliche Honig? Sie lacht. „Klar, den lieben wir auch.“ Aglaja Adam