5 FRAGEN AN
Eduard Kastner, Vorstand der Kastner AG in Wolnzach in der Hallertau, hat 2014 die Stiftung „Forschung für Leben“ gegründet, deren Zweck es ist, Wissenschaft und Forschung zu fördern und Maßnahmen gegen den Klimawandel zu entwickeln. Am 19. Juni wurde der 69-Jährige für seine Verdienste um Europa mit dem Orden „Mérite Européen“ in Silber der Fondation du Mérite Européen, Luxembourg, ausgezeichnet. Außerdem ist er Träger des Bundesverdienstkreuzes.
Herr Kastner: Wie kamen Sie auf die Idee, ein Projekt zur Korrektur des Klimas zu gründen?
Seit 30 Jahren beschäftige ich mich mit dem Problem Klima. Wir brauchen ein CO2-freies Wirtschaften. In Anbetracht der Probleme dauert alles zu lang. Deshalb möchten wir einen Anstoß an die Regierungen geben und zeigen, welche enormen Chancen es für die betroffenen Wüstenländer gibt, und wie wir Entwicklungshilfe richtig machen.
Womit wird das Ganze finanziert? Welche Mittel stehen Ihnen zur Verfügung? Was kann die Stiftung „Forschung für Leben“ leisten?
Die Finanzierung kommt von den Ländern. Saudi-Arabien hat 1,5 Milliarden US-Dollar zugesagt. 70 000 Euro hat die Stiftung Forschung für Leben in das Projekt und die Welt-Wasser-Konferenz gesteckt. Wir unterstützen mehrere europäische Projekte bei ihren Anträgen auf Forschungsförderung. Ärmere Länder sind auf die Hilfe der Weltgemeinschaft angewiesen.
Wie kamen Sie zu den Projektpartnern bzw. der wissenschaftlichen Unterstützung?
Wir fragen von uns aus bei den einschlägigen Lehrstühlen an den Universitäten an. Mit den Firmen Protarget in Köln und Soliterm in Aachen, die Solartechnik zur Bewässerung herstellen, stehen wir in Gesprächen. Wir möchten, dass die Trough-Rinnen, mit denen die Sonnenstrahlen eingefangen werden, aus Glas und nicht aus Aluminium hergestellt werden, weil Glas sehr viel günstiger ist.
Haben Sie schon Kontakte in die betroffenen Regionen? Waren Sie schon dort?
Ein Freund war schon dort. Ich selbst noch nicht.
Wann wird die erste von Ihnen unterstütze solare Meerwasserentsalzungsanlage in Betrieb gehen?
In zweieinhalb Jahren soll eine erste Solaranlage in Saudi-Arabien auf zunächst 100 Hektar stehen. Die zügige Erweiterung auf 1000 Hektar ist geplant. Die bewässerbare Fläche ist zwölfmal so groß.
Interview: Christian Vordemann