München – In Bayern schlägt man sich noch mit weiteren Kleintieren herum, die aus Asien eingeschleppt wurden. Etwa der Asiatische Moschusbockkäfer (AMB). Der aus China stammende Käfer macht im Grunde dasselbe wie der Laubholzbockkäfer. Er bringt gesunde Laubgehölze zum Absterben. Er reist in Pflanzen oder Holz ein. In Kolbermoor und Rosenheim wurden mehrere AMB-befallene Gehölze gefunden.
Es ist der erste amtlich bestätigte Befall in Deutschland. Ansonsten gibt es in Europa bisher nur zwei Befallsgebiete in Italien. Der Asiate ist 2,5 bis 4 Zentimeter lang. Auffällig sind neben den langen Fühlern der schwarze Kopf, der rote Halsschild und die schwarzen Flügeldecken. Die Larven halten sich für zwei bis drei Jahre im Baum auf. Anfangs fressen sie Bohrgänge unter der Rinde, später gehen sie tief ins Kernholz. Zuletzt wird ein Ausbohrloch mit etwa 12 Zentimetern Durchmesser genagt. Durch die massiven Gänge im Holz entstehen Eintrittspforten für Pilze und Bakterien. Bäume können einen Befall mehrere Jahre ertragen, werden aber nachhaltig geschädigt und sterben ab.
Zu den Wirtspflanzen des Käfers gehören vor allem Kirschen, Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen und Aprikosen. In den Städten Bad Aibling, Rosenheim und Kolbermoor sowie einigen umliegenden Gemeinden wie Rohrdorf und Bad Feilnbach gelten seit April entsprechende Allgemeinverfügungen zur Bekämpfung des AMB. In der Quarantänezone muss massiv kontrolliert werden, betroffene Pflanzen müssen samit Wurzeln fachgerecht entsorgt werden.
Größere Sorgen bereitet den Gärtnern der Buchsbaumzünsler. Auch er wurde wohl über Containerschiffe aus Ostasien eingeschleppt. Mittlerweile ist er in ganz Europa und darüber hinaus verbreitet. Aktuell verschwinden in vielen Gärten gerade alte Buchsbaumhecken; auf Friedhöfen und in Parks sieht man kahlgefressene Pflanzen. Denn die Raupen des Kleinschmetterlings fressen den Buchsbaum in kurzer Zeit vollständig ab. Der Falter legt seine Eier an den Blättern des Buchsbaums ab. Daraus schlüpfen bis zu fünf Zentimeter lange grün-schwarz gemusterte Raupen, die zuerst die Blätter, am Ende sogar die Rinde von den Ästen fressen.
Befallene Buchsbäume sehen beige-gelblich aus und haben kaum noch Blätter. Sie sind zum Teil mit Gespinsten überzogen. Aus den Raupen entwickeln sich weiße Falter mit schwarzem Muster und braunen Außenrändern. Sie leben nur etwa neun Tage. Ein Falter kann bis zu 150 Eier legen. Temperaturen über 20 Grad beschleunigen die Entwicklung der Raupen. Pro Jahr können bis zu vier Generationen entstehen. Aus China sind Fälle bekannt, in denen der Zünsler auch Stechpalmen und Pfaffenhütchen befallen hat. Über eine wirksame Bekämpfung sind sich die Experten uneins. Bei wenigen oder kleinen Pflanzen wird ein Absammeln der Raupen empfohlen. Wer seinen abgenagten Buchsbaum entsorgt, muss Auflagen einhalten. Die befallene Pflanze darf nicht in den Kompost. Wertstoffhöfe bieten spezielle Container dafür an. ick