Seine Mutter überbrachte den 70 Mitarbeitern die schreckliche Nachricht

von Redaktion

Isartaler Holzhaus: Senior- und Junior-Chef innerhalb weniger Monate verstorben – Traditionsunternehmen wird weitergeführt

Holzkirchen – Es war ein unvorstellbar schwerer Gang für Susanne Inselkammer, eine schreckliche Pflicht. Mit ihrer Tochter kam sie gestern Vormittag nach Holzkirchen (Landkreis Miesbach), um der Belegschaft des Traditionsunternehmens „Isartaler Holzhaus“ mitzuteilen, dass die Nachrichten, die seit Sonntag aus Mallorca durchsickerten, wahr sind. Dass ihr Sohn August Inselkammer (43), seit vielen Jahren geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, mit seiner ganzen Familie bei einem Hubschrauber-Absturz ums Leben gekommen ist.

Rund 70 Mitarbeiter haben ihren Chef verloren, der in Holzkirchen noch so viele Pläne hatte. August Inselkammer jun. war früh in das Familienunternehmen hineingewachsen. Er verstand sich als Teil einer sich gegenseitig stützenden Großfamilie. Über einen Firmenverbund gab es enge Verflechtungen mit den Gastronomie-Unternehmen seiner Onkel Franz und Peter Inselkammer. „Sein Tod ist für uns nicht in Worte zu fassen“, schreibt die Familie in einer ersten Stellungnahme. Der Tragödie von Mallorca war im April bereits ein erster Schicksalsschlag vorausgegangen: Seniorchef August Inselkammer war im Alter von 81 Jahren gestorben.

Trotzdem, der Betrieb in Holzkirchen muss und wird weiterlaufen. Erste Maßnahmen seien ergriffen worden, „damit die Weiterführung des Unternehmens gelingt“. Das Unternehmen Isartaler Holzhaus, gegründet 1924, zog 1934 von München nach Holzkirchen um. 1965 kaufte sich August Inselkammer ein, fünf Jahre später übernahm er das „Isartaler Holzhaus“ komplett. Die Geschäftsidee damals wie heute: Fertighäuser in Holzständerbauweise. Die Familie Inselkammer sorgt in Holzkirchen auch für Infrastruktur: Das Gesundheitszentrum Atrium eröffnete 2005. Ärzte und Therapeuten bieten darin auf 5200 Quadratmetern medizinische Dienstleistungen an. Und August Inselkammer jun. hatte neue Pläne: An der Nordspange plante er ein Hotel. Weil die Auftragsbücher übervoll waren, musste der Firmenchef dieses eigene Projekt allerdings zurückstellen.

Auch im Holzkirchner Rathaus herrscht Fassungslosigkeit. „Wir sind tief erschüttert“ vom Tod der Familie“, sagt Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dasch. Die Marktgemeinde pflege ein sehr gutes Verhältnis zur Familie. Die letzten Gespräche fanden Anfang August statt – ehe die Familie in den Urlaub aufbrach, der in einer Tragödie endete. Andreas Höger

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