HINTERGRUND

Wie viel Öl liegt in Bayerns Erde?

von Redaktion

Ein schneller Reichtum à la „Dallas“ oder „Denver Clan“ ist für Grundbesitzer über den Lagerstätten in Deutschland nicht möglich. Warum eigentlich? Antworten aus dem bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Erdölförderung.

Erdöl ist nach dem Bundesberggesetz (BbergG) ein sogenannter bergfreier Bodenschatz wie Kohle, Erze, Erdwärme, Salz und Sole. Derartige Bodenschätze sind vom Grundeigentum losgelöst. Eigentümer ist jeweils der Inhaber einer Erlaubnis, den Bodenschatz zu fördern. Das heißt: Eigentum bildet sich erst, wenn Gewinnung stattfindet. Das liegt einerseits daran, dass sich die Lagerstätten über mehrere Quadratkilometer und damit eine große Anzahl von Grundstücken erstrecken. Andererseits hat die Loslösung der bergfreien Bodenschätze vom Grundstück auch volkswirtschaftliche Gründe, da diese Bodenschätze für die Sicherung der Rohstoffversorgung Deutschlands von herausragender Bedeutung sind. Folglich dürfen nur Unternehmen oder Personen in die Förderung investieren, die dazu sowohl technisch als auch finanziell in der Lage sind.

Nein. Für die Gewinnung bergfreier Bodenschätze bedarf es vom Staat erteilter öffentlich-rechtlicher Konzessionen. Wer Erdöl suchen und fördern will, benötigt für die Aufsuchungsphase zur Durchführung seismischer Untersuchungen und für Erkundungsbohrungen eine bergrechtliche Erlaubnis, die dem Unternehmen für einen bestimmten Zeitraum Rechts- und Investitionssicherheit gibt. In der Praxis heißt das: Nur im Erdölgeschäft versierte Firmen können in Bayern bohren. Angesichts einer Investition von mehreren Millionen Euro je Bohrung droht im schlimmsten Fall der Totalverlust des eingesetzten Kapitals. War die Erkundung erfolgreich, muss für die Förderung erneut eine bergrechtliche Bewilligung beantragt werden.

Die Zahl der Anträge auf Bohr- und Fördergenehmigungen ist in Bayern in den vergangenen Jahren auf eher niedrigem Niveau stagniert. Am erfolgversprechendsten sind noch Bohrungen in den bereits fördernden Lagerstätten Schwabens bei Großaitingen und Schwabmünchen. Hier konnte durch fündige Bohrungen die Jahresförderung Bayerns leicht gesteigert werden. Sie lag 2018 bei rund 42 000 Tonnen. Zum Vergleich: Das ist gerade einmal ein Prozent der deutschen Förderung.

Laut dem Jahresbericht des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover gibt es in Bayern derzeit sichere, gewinnbare Erdölreserven in Höhe von 283 000 Tonnen.  ha

Artikel 3 von 4