Ein Leben für den kranken Sohn

von Redaktion

Elisabeth Koch, 72, ist studierte Bauingenieurin, zweimal geschieden, Rumäniendeutsche, Mutter eines chronisch kranken Sohnes – und sie ist fast vollständig mittellos. Wenn sie kocht, dann gleich für mehrere Tage, so spart sie Strom. Sie nimmt auch kein Kraut für ihre Krautwickel, sondern Kohlrabi-Blätter, die sie im Laden geschenkt bekommt, weil sie sonst niemand will. Ihre Rente beträgt 148 Euro, durch die aufstockende Grundsicherung kommt sie auf 1107 Euro im Monat, davon gehen Miete für ihre 50 Quadratmeter große Wohnung und Heizkosten ab. Für alles andere bleiben ihr 428 Euro, wovon sie Essen, Strom, Telefon und die nicht erstattungsfähigen Medikamente gegen die chronischen Schmerzen nach ihrem Bandscheibenvorfall zahlen muss. Sie hat Probleme mit den Augen und dem Herzen, außerdem Diabetes.

1975 ist sie mit ihrem einjährigen Sohn nach München gekommen. In ihrem Beruf konnte sie nie Fuß fassen, da der Sohn manchmal rund um die Uhr gepflegt werden musste. Sie betet jeden Tag, manchmal stundenlang. Sie sagt: „Im Glauben nur an Gott, an Mutter Gottes. Das ist mein Leben. Nur darum lebe ich noch und mein Sohn.“ sts

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