„Die Erwachsenen reden nur darüber, aber sie tun nichts“

von Redaktion

Bangkok, New York und sogar auf der Insel Kiribati: Weltweit demonstrieren Menschen für den Kampf gegen den Klimawandel

New York/Bangkok – Rund um den Globus sind am Freitag Millionen von Menschen dem Aufruf zu einem weltweiten Klimastreik gefolgt. In Australien, Asien, Afrika und Europa gingen Schüler, Studenten und Unterstützer auf die Straße.

Der Startschuss für den weltweiten Klimastreik fiel bei Tagesanbruch an der Datumsgrenze im Pazifik. Auf den vom steigenden Meeresspiegel bedrohten Inseln Vanuatu, den Salomonen und Kiribati sangen Kinder „Wir sinken nicht, wir kämpfen“.

In Australien traten mehr als 300 000 Kinder, Eltern und Unterstützer in den Klimastreik. „Wir sind die Zukunft und wir verdienen Besseres“, sagte die zwölf Jahre alte Lilly Satidtanasarn in Bangkok. Sie gilt wegen ihrer Kampagne gegen Plastiktüten als „Thailands Greta“. Die Erwachsenen „reden nur darüber, aber sie tun nichts“, kritisierte sie. In Neu Delhi und Mumbai verließen indische Schulkinder ihre Klassenzimmer, um für mehr Klimaschutz zu streiken. Weltweit sollen mehr als 5000 Protestaktionen stattgefunden haben.

Auf den Philippinen, die besonders vom steigenden Meeresspiegel bedroht sind, demonstrierten Tausende Menschen. „Es gibt viele Menschen hier, die die Auswirkungen des Klimawandels schon spüren können, zum Beispiel mit Taifunen“, sagte Yanna Palo, 23 Jahre alt, bei einer Demonstration in der Hauptstadt Manila.

Protestaktionen von Klimaschützern gab es auch in Hongkong, wo es in den vergangenen Monaten immer wieder Demonstrationen der Demokratiebewegung gegeben hatte. Auf dem afrikanischen Kontinent schlossen sich Aktivisten in Kenias Hauptstadt Nairobi dem Klimastreik an. In Uganda versammelten sich Hunderte Schulkinder am Stadtrand von Kampala, um von der Regierung mehr Engagement im Klimaschutz zu fordern.

Eine der größten Kundgebungen fand in New York statt, wo am Montag zahlreiche Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), zu einem Klimagipfel der UNO erwartet werden. 1,1 Millionen Schüler von 1800 New Yorker Schulen erhielten die Erlaubnis, für die Teilnahme an der Demonstration am Freitag dem Unterricht fernzubleiben.

In Deutschland strömten in fast 600 Städten Hunderttausende Menschen auf die Straße. In Berlin waren es laut Organisatoren 270 000. Grundschüler mit Transparenten skandierten in der Nähe des Brandenburger Tores: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft raubt!“

Die schwedische Aktivistin Greta Thunberg hat sich zufrieden über den Zuspruch zu den Protesten gezeigt. Von New York aus sprach sie per Livestream zu Protestteilnehmern in ihrer Heimat Stockholm. „Es ist unglaublich, was wir zusammen erreicht haben. Es ist ein historischer Tag“, sagte sie, während die überwiegend jungen Schweden immer wieder jubelten und „Greta, Greta!“ riefen. afp

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