Walchensee – Im Sommer der Walchensee, im Winter das Brauneck – und im Herbst beide Gebiete gleichzeitig und noch viele weitere beliebte Wanderberge mehr, allen voran der Blomberg: Das sind die beliebtesten Ausflugsziele im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Auf dem Weg dorthin beziehungsweise zurück nach München ist an schönen Tagen mit entsprechend viel Stau zu rechnen. Darunter leiden gerade die Anwohner in Kochel am See. Regelmäßig schiebt sich im Rückreiseverkehr auf der B 11 von der Ortschaft Walchensee eine Blechlawine über den Kesselberg durch die Kochler Ortsmitte. Für die etwa 14 Kilometer benötigte man an sonnigen Ausflugstagen zuletzt eineinhalb Stunden. Bürgermeister Thomas Holz hat die Befürchtung, dass die jüngsten „Chaos-Tage“ erst ein Vorgeschmack waren: Wenn ab 8. Oktober die B 2 bei Oberau saniert wird, dient die B 11 über Kochel zusätzlich als Umleitungsstrecke.
Im Stau stehen Ausflügler regelmäßig auch sonntagnachmittags auf der B 13 von Lenggries bis Tölz. Speziell ab der Einmündung auf die B 472, die Tölzer Umgehungsstraße, stockt es vor dem Knotenpunkt auf der Tölzer Flinthöhe extrem. Morgens auf dem Weg in Richtung Berge staut es sich vor derselben Kreuzung auf der B 13 von Holzkirchen kommend.
Der Verkehrsinfarkt droht im Landkreis Garmisch-Partenkirchen bei Ausflugswetter an Wochenenden gleich an mehreren Brennpunkten. Ausflügler, die den Weg in die Berge suchen, stehen am Samstag und Sonntag schon bei der Autobahnausfahrt Eschenlohe im Stau. Der schiebt sich auf der B 2 weiter Richtung Oberau. Auch im Garmisch-Partenkirchner Ortsteil Partenkirchen herrscht regelmäßig Stop-and-go-Verkehr. Die Rückreise ab Sonntagnachmittag führt am Südportal des Farchanter Tunnels bei hoher Belastung zu Blockabfertigung, Richtung Autobahn A 95 bewegen sich die Pkw im Schritttempo vorwärts. Regelmäßig staugeplagt ist auch die Straße von Grainau zum Eibsee und zum Bahnhof der Seilbahn Zugspitze. Der dortige Parkplatz gerät schnell an die Grenzen seiner Kapazität. Die Polizei sieht sich immer häufiger gezwungen, die Straße zum Eibsee zu sperren, um die Rettungswege offen zu halten.
Anziehungspunkt für Touristen ist schon immer die Zugspitze. Dort treten sich die Besuchermassen bei schönem Wetter und guter Fernsicht auf die Zehen. Die Lage hat sich verschlimmert, seit die neue Seilbahn eine größere Kapazität besitzt und noch mehr Menschen auf Deutschlands höchsten Berg transportieren kann.
A. STEPPAN/ P. REINBOLD