DIE TU IN KÜRZE

Die Zukunft

von Redaktion

König Ludwig II. hat am 12. April 1868 die Polytechnische Schule München gegründet. 301 Studenten – nur Männer – wurden anfangs aufgenommen. Heute studieren dort über 41 000 Studenten. 566 Professoren und Professorinnen lehren und forschen heute an der Technischen Universität. Das war vor über 150 Jahren noch ein bisschen anders, damals gab es gerade mal 24 Professoren. Allererste Studentin der Ingenieurwissenschaften war 1906 Anna Helene Boyksen. Sie schrieb sich für Elektrotechnik ein, nachdem die bayerische Regierung Frauen das Studium an einer Technischen Hochschule gestattet hatte.

Es gibt 17 Nobelpreisträger, die an der TUM studierten oder forschten. Der Chemiker Hans Fischer entdeckte, wie der Blutfarbstoff Hämin zusammengesetzt ist und baute ihn 1928 im Reagenzglas nach. 1930 bekam er dafür den Chemie-Nobelpreis. Auch Literaturnobelpreisträger Thomas Mann war TU-Student. Mann, Jahrgang 1875, schrieb sich zum Wintersemester 1894/95 ein und besuchte zwei Semester lang Vorlesungen zur Literatur- und Kunstgeschichte, zur Ästhetik und zur Nationalökonomie.

Der Forschungsreaktor in Garching war der erste Atomreaktor der Bundesrepublik. Beim Richtfest 1957 gab es kaum Vorbehalte: Die Ehrengäste verspeisten ein „Atom-Menü“. Es gab „Vorfluterbrühe mit Kerneinlage“ (Leberknödelsuppe) und „radioaktives Kühlwasser“ (Bier). Mit der atomaren Aufrüstung formierte sich massiver Protest gegen Atomenergie – und damit auch gegen den Forschungsreaktor. Dieser dient Wissenschaft, Industrie und Medizin heute als Neutronenquelle. Bestimmte Tumore wie Kehlkopf- oder Hautkrebs werden behandelt.

2008 gab es am TUM-Klinikum Rechts der Isar eine Weltsensation: Erstmals wurden zwei ganze Arme transplantiert – so viel fremdes Gewebe wie noch nie. Ein Allgäuer Landwirt war in einen Maishäcksler geraten. Jahre später konnte er ohne fremde Hilfe einen Traktor steuern.

2014 stieß der querschnittsgelähmte Brasilianer Juliano Pinto in einem Roboteranzug kraft seiner Gedanken einen Fußball an und eröffnet damit in São Paulo die Fußball-WM. Ein wichtiges Bauteil entwickelt Gordon Cheng an der TUM: die künstliche Haut, mit der Pinto seine Schritte spürte. Die Uni steckt gerade viel Kraft und Geld in ihr Forschungszentrum, das künstliche Intelligenz und Robotik zusammenführen soll. dpa/sts

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