„Die Autobahn ist Fluch und Segen“

von Redaktion

Gemischte Gefühle, Freude, aber auch Unverständnis: Stimmen zur Eröffnung der Isentalautobahn

Dorfen – Zur Einweihung der Isentalautobahn ist nicht nur viel politische Prominenz von Bund und Land gekommen, sondern auch Lokalpolitiker sowie Anwohner an der Trasse. Wir fragten nach Meinungen zur A 94-Eröffnung.

Martin Hopf aus Landersdorf bei Dorfen fährt beruflich jährlich über 70 000 Kilometer mit dem Auto. Er ist froh, „dass wir jetzt eine super Verbindung nach München haben“. Es gebe immer Gewinner und Verlierer, aber die Gewinner durch die A 94 seien mehr als die Verlierer.

Günther Knoblauch, der ehemalige Mühldorfer Bürgermeister und Vorsitzende des Vereins „Ja zur A 94“, schwärmte von einem „besonderen Tag“. Der Einsatz für die A 94 habe gezeigt, dass man für eine Region viel erreichen könne, wenn man über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeite. An die A 94-Gegner appellierte Knoblauch, „die demokratische Entscheidung pro Autobahn endlich zu akteptieren“.

Sepp Feckl wohnt in Oberhausmehring und damit nur in einigen hundert Meter Entfernung zur Autobahn. Der Hausmeister hat eine klare Meinung: „Der Ausbau der B 12 wäre günstiger und umweltverträglicher gewesen und man hätte nicht mit Zwang an Dorfen vorbei gemusst. Ich werde definitiv nie auf dieser Autobahn fahren.“

Anders sieht dies der Lagerist Rupert Moser aus Dorfen. „Endlich ist die Autobahn fertig und ich komme schneller in die Arbeit nach Markt Schwaben und bin nicht mehr auf den Zug angewiesen. Die B 12 hätte man auch ausbauen müssen, ob das besser gewesen wäre?“

Ein Für und Wider sieht der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz in der Isentalautobahn. Das Projekt habe natürlich Vorteile, vor allem für den südostbayerischen Raum, aber es gebe auch viele Betroffenheiten, vor allem im Landkreis Erding.

Günther Fichtner, Vorsitzender der Freiwillen Feuerwehr Dorfen, ist froh, dass die A 94 „endlich fertig ist“. Und das, obwohl er nur einige hundert Meter von der Trasse entfernt wohnt. Auf die Dorfener Feuerwehr allerdings komme mit Sicherheit einiges mehr an Arbeit zu.

Die evangelische Pfarrerin Annette Schumacher aus Dorfen hat Verständnis für diejenigen, „die sich freuen, dass die Autobahn fertig ist“, aber auch für diejenigen, die die Zerstörung der Natur beklagen. Für sie zählt aber vor allem der Aspekt, „dass wir verantwortlich sind für diese Erde, egal ob wir Autobahnbefürworter oder -gegner sind“. Der katholische Pfarrer Janusz Gadek hofft, „dass gut überlegt wurde, ob diese Autobahn gebraucht wird“.

Erdings Landrat Martin Bayerstorfer hatte „einen Tag mit gemischten Gefühlen“. Die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Erding hätten die Hauptlast der Autobahn zu tragen. Auf der anderen Seite sei natürlich auch eine gute Verkehrsanbindung für den Raum Dorfen von Vorteil.

Lengdorfs Bürgermeisterin Gerlinde Sigl hat eine klare Meinung zur Isentalautobahn: „Schee, dass fertig worn is.“ Die Autobahn sei „Fluch und Segen“, auf Dauer gesehen aber eine wirtschaftliche Bereicherung für die Region. ANTON RENNER

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