4 FRAGEN
Peter Pannier, 51, ist Experte für energieeffiziente Gebäude bei der Deutschen Energie-Agentur (dena). Im Interview erklärt er, wann sich solche Maßnahmen lohnen und warum das nicht immer mit hohen Kosten verbunden ist.
Wo macht Energieeffizienz bei Gebäuden Sinn?
Jedes Haus ist anders – doch generell kann man sagen: Bei Neubauten ist eine gute Gebäudehülle wichtig. Ergänzend kann der restliche Energiebedarf dann durch erneuerbare Energien selbst produziert werden. Bei Sanierungen kann der Verbrauch mit neuer Anlagentechnik bereits deutlich reduziert werden. Ein neuer Heizkessel spart beispielsweise schon 15 bis 20 Prozent an Energie.
Wie verhält es sich mit den Kosten?
Was viele nicht wissen: Bei den Gesamtkosten für Neubauten machen Energieeffizienzmaßnahmen nur einen kleinen Teil aus. Kostentreiber sind vielmehr Grundstücks- und Materialpreise sowie Regularien wie beim Brandschutz. Bei Sanierungen gilt: Je älter das Haus, desto höher ist oft auch der Energieverbrauch. Umso mehr lässt sich deshalb durch neue Heiztechnik oder auch durch neue Fenster einsparen. Beim Erwerb sollten Verbraucher unbedingt die laufenden Energiekosten prüfen.
Welche Förderungen gibt es?
Fördermittel sind im ausreichenden Umfang vorhanden. Die KfW sowie die BAFA haben hier entsprechende Angebote. Der Förderdschungel ist allerdings manchmal etwas unübersichtlich, deshalb raten wir privaten Bauherren, einen Experten heranzuziehen. Der Bund hat 11 000 bis 12 000 Energieeffizienzexperten, die für die Förderprogramme zeichnungsberechtigt sind.
Wie lautet Ihr Fazit bezüglich energieeffizienter Häuser?
Auch wenn es leider keine pauschalen Lösungen gibt – die Technik heutzutage ist viel vielfältiger als noch vor ein paar Jahren: Ob Wärmepumpen, Brennstoffzellen oder Blockheizkraftwerke – für jeden Standort gibt es passende Lösungen. Dabei gilt: Energieeffizientes Bauen muss nicht immer teurer sein.
Interview: Matthias Franz