DIE RECHTSLAGE IN ANDEREN LÄNDERN

von Redaktion

Cannabis ist in Deutschland illegal. Der reine Konsum gilt als „straffreie Selbstschädigung“. Beim Besitz, der oft mit dem Konsum einhergeht, wird es kniffliger. Wer bis zu sechs Gramm für den Eigenbedarf hat, kann in Bayern auf Kulanz und Straffreiheit hoffen. Garantiert ist das nicht. Letztlich hängt es von Staatsanwaltschaft und Richter ab. Wie sieht es bei Cannabis in anderen Ländern aus?

In Österreich ist Cannabis illegal. Der Konsum von geringen Mengen wird aber mit Augenmaß verfolgt. Die Staatsanwaltschaft kann die Anzeige für eine Probezeit von ein bis zwei Jahren aussetzen. Wird der Konsument in der Zeit erneut erwischt, wird das Verfahren wieder aufgenommen.

In den Niederlanden ist Cannabis keineswegs legal. Der Konsum von bis zu fünf Gramm wird toleriert. Unter bestimmten Bedingungen darf Cannabis in Coffeeshops verkauft werden. Der Anbau ist aber streng verboten, weswegen sich die Shops über den Schwarzmarkt versorgen müssen – was Probleme mit illegalem Handel schafft. Die Tolerierung des Konsums hat zu einem starken Drogentourismus in die Niederlande geführt. Seit 2003 ist Cannabis zur medizinischen Anwendung zugelassen.

In der Schweiz ist Cannabis illegal. Der Konsum geringfügiger Mengen ist aber straffrei. Als gering gelten zehn Gramm. In der Vergangenheit gab es mehrfach Bestrebungen zur Legalisierung von Cannabis, die aber allesamt scheiterten, zuletzt bei einer Volksabstimmung im Jahr 2008. Schätzungen zufolge konsumieren rund 500 000 Schweizer regelmäßig Cannabis.

In Italien ist Cannabis illegal. Der reine Konsum ist nicht strafbar.

In Portugal ist Cannabis wie andere Drogen auch grundsätzlich illegal, bei kleinen Mengen wird aber von einer Strafverfolgung abgesehen. Es gilt als Ordnungswidrigkeit. Wer erwischt wird, muss sich einer Beratung unterziehen. Touristen werden in Lissabon ziemlich offen von Drogenhändlern angesprochen – obwohl zehn Meter entfernt Polizisten stehen.

In Spanien dürfen Volljährige „Cannabis Social Clubs“ beitreten. In diesen Clubs dürfen Mitglieder Cannabis anbauen, ernten und konsumieren. Das Cannabis darf aber nicht weitergegeben oder verkauft werden.

In Kanada ist der Besitz von Cannabis seit 2018 weitgehend legal. Je nach Provinz darf das Cannabis aber nur Zuhause gebraucht werden oder auch da, wo regelmäßig Tabakprodukte konsumiert werden. Der Handel ist weiter illegal.

In den USA ist die Rechtslage unterschiedlich. In 31 Bundesstaaten ist Cannabis heute zur medizinischen Behandlung zugelassen, wobei teilweise nur THC-freies Cannabis legalisiert wurde. Zum Beispiel in Washington, Colorado, Kalifornien, Oregon, Nevada oder auch Alaska ist der Privatbesitz von kleineren Mengen Cannabis inzwischen legal.

In Russland wird der Konsum von Cannabis mit Geldstrafen bis 70 Euro oder bis zu 15 Tagen Haft bestraft. Ausländer müssen mit ihrer Ausweisung rechnen. Wer mehr als fünf Gramm bei sich hat, dem drohen schärfere Strafen. Ab 100 Gramm sind bis zu zehn Jahre Haft möglich.  wha

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