Leipzig – Es war ein kreativer Protest – mit kreativer Reaktion: Am Donnerstag hatten Greenpeace-Aktivisten in Berlin am Konrad-Adenauer-Haus das „C“ aus dem CDU-Logo geklaut. Zum verbliebenen DU dichteten die Umweltaktivisten „…sollst das Klima schützen“. Am Freitagmorgen tauchte es (oder eher: eine Kunststoff-Kopie) wieder auf. Und zwar auf zwei Beinen am Leipziger Messegelände.
Die Aktion generierte viel Aufmerksamkeit, vor allem in den sozialen Netzwerken. Die Aktivisten präsentierten ihre Aktion und die dahinter stehenden Botschaften auf einem eigenen Twitteraccount mit dem Namen @IchBinDasC. Die CDU reagierte schnell mit dem Account @IchBinDasDu. Es entwickelte sich ein unterhaltsamer Schlagabtausch, den die CDU erst kurz vor Beginn des Parteitags beendete: „So. Genug Schabernack. Jetzt geht’s um Sachthemen.“
„Ich sehe eine extrem steile Lernkurve bei der CDU, wenn man das mit den Reaktionen auf Rezo vergleicht“, sagt der Hamburger Internet-Experte Martin Fuchs, der Parteien im Umgang mit sozialen Netzwerken berät. „Auf Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung mit Ironie und eigenem Twitter-Account zu reagieren, der das ,Spiel‘ von Greenpeace mitspielt, ist sehr souverän.“ Greenpeace stehe seiner Meinung nach eher als der Verlierer da, eben weil es ihnen nur um den Effekt ging. „Und der verpuffte sehr schnell.“
Lob für die schnelle Reaktion kommt sogar von der Schwesterpartei CSU. In München hatte man schwer mit der stummen Trägheit der CDU nach der Rezo-Attacke gehadert. Jetzt sagt General Markus Blume, in den sozialen Netzwerken habe die CDU diesmal „witzig, schnell und auf den Punkt reagiert – so geht online“. Er verspricht: „Dass wir zusammenstehen als Union, wenn uns jemand das C wegnehmen will, ist Ehrensache.“ mik/cd