Wenn Cristina Gamez und Oscar Mendez wollten, könnten sie sich zur Ruhe setzen und ihren Wohlstand genießen. Das Paar aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogota tüftelt seit 2011 an einem Konzept, für das die Weltkonzerne inzwischen viel Geld zahlen würden. Doch fast alle Angebote für Kooperationen außerhalb Kolumbiens haben Cristina und Oscar abgelehnt. Und das hat einen Grund: Sie möchten mit ihrer Idee die Welt verändern.
„Unsere Idee umfasst viel mehr, als nur aus Plastikmüll Bausteine zu fertigen und mit diesen Häusern zu bauen. Wir möchten, dass sich arme Familien entwickeln können, dass Kinder eine Zukunft bekommen“, erklärt Oscar Mendez, der die Firma „Conecptos Plasticos“ gegründet hat. Alle sollen profitieren – die Frauen, die den Müll sammeln, die Mitarbeiter in den Fabriken, in denen aus den Abfällen Bausteine entstehen, und die Nutzer der Recycling-Häuser.
Die Idee, wie „Conceptos Plasticos“ aus Kunststoffresten Bausteine herstellt, ist weltweit geschützt. Für jedes Land gibt es allerdings ein eigenes Rezept, denn das Plastik ist in Art und Menge unterschiedlich. Die Fabrik, die gerade in der Elfenbeinküste gebaut wird, ist die erste außerhalb von Kolumbien. Nach wochenlangen Verhandlungen mit Unicef gaben die Firmeninhaber ihr Okay. Sie haben die Müllfrauen von Abobo über Tage begleitet, Schulen besichtigt und entschieden: „Unicef ist ein Partner, mit dem wir es wagen, in Afrika unser System auszuprobieren.“ Bald sollen in der Elfenbeinküste rund 1000 Müllfrauen und bis zu 25 000 Kinder, die Schulen bekommen, von dem Projekt profitieren.