Die Bayern sehen der Kommunalwahl am 15. März mit Spannung entgegen: Drei Viertel der Befragten (74 Prozent) interessieren sich sehr stark (31 Prozent) oder stark (43) für die Wahl. Bei den Direktwahlen der Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte ist dabei für 85 Prozent insbesondere die Person des Kandidaten oder der Kandidatin entscheidend, für 75 Prozent zählen zudem die Inhalte der Parteien. „Der Trend der steigenden Wahlbeteiligung scheint sich damit auch bei der Kommunalwahl fortzusetzen“, sagt Andreas Bachmann, Redaktionsleiter des BR-Magazins „Kontrovers“, das die Umfrage in Auftrag gegeben hat. „Wir sind noch lange nicht in der heißen Wahlkampfphase und verzeichnen schon ein extrem hohes Interesse an der Kommunalwahl. Eine gute Nachricht.“
Nicht ganz überraschen können die Themen, die die Menschen umtreiben: In den Metropolen mit mehr als 100 000 Einwohnern geben 48 Prozent Verkehr und 45 Prozent das Wohnen als wichtigste Punkte an. In kleinen Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern ist Wohnen nur für 16 Prozent ein zentrales Thema. Dagegen interessieren hier Wirtschaft (13 Prozent) und soziale Angebote (12) mehr als in der Stadt. Interessant: Auch auf dem Land überragt das Verkehrsthema mit 36 Prozent alle anderen.
Trotz aller Schlagzeilen über Drohungen gegen Bürgermeister sind Kommunalpolitiker übrigens beliebt: 69 Prozent geben an, Kommunalpolitikern sehr großes oder großes Vertrauen entgegenzubringen. Im Vergleich dazu genießen Landespolitiker mit 43 Prozent ein deutlich geringeres Vertrauen – ganz zu schweigen von Bundespolitikern (23) und Europapolitikern (21).
Insgesamt starten die Bayern zuversichtlich ins neue Jahrzehnt: Für zwei Drittel (64 Prozent) geben die Verhältnisse im Freistaat Anlass zur Zuversicht. Damit seien die Bayern optimistischer als vor einem Jahr und als die Deutschen insgesamt: Anfang 2019 sahen in Bayern nur 56 Prozent Anlass zur Zuversicht. Deutschlandweit maß der „Deutschlandtrend“ kürzlich 35 Prozent.