GEFÄHRLICHE VIREN

von Redaktion

Sie sind winzig, aber oft brandgefährlich: Viren halten die Welt immer wieder in Atem. Hier stellen wir einige Erreger vor, die Schlagzeilen gemacht haben.

Coronaviren bezeichnen eine ganze Virenfamilie, die meist Säugetiere, Nager und Vögel infizieren, heißt es beim Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Nur wenige der Erreger hätten sich an Menschen angepasst. Dazu gehörten vor allem harmlose Erkältungsviren, aber auch das neue Coronavirus in Asien. Sars-Coronaviren zählen ebenfalls dazu. Sie lösen das „Schwere akute respiratorische Syndrom“, kurz Sars, aus. Es beginnt mit hohem Fieber, Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen. Später kommt es zu einer Lungenentzündung mit akuter Atemnot und starkem Husten – und endet nicht selten tödlich. Das gilt auch für einen weiteren Vertreter dieser Virusfamilie: das Mers-Coronavirus. Mers-Coronaviren machten erstmals 2012 Schlagzeilen. Sie befallen wie Sars-Viren die Atemwege, führen zu einer Lungenentzündung, oft auch zum Nierenversagen. Der Erreger wütete vor allem im Mittleren Osten, gelangte mit infizierten Reisenden aber sogar bis nach München. So ließ sich 2013 ein infizierter Araber zur Behandlung im Klinikum Schwabing einfliegen. Angesteckt hatte er sich vermutlich bei einem Rennkamel.

Ebolaviren lösen eine Infektion aus, die mit hohem Fieber und inneren Blutungen einhergeht. Die Erreger gehören zur Familie der Filoviren. Ebolaviren führen immer wieder zu Ausbrüchen mit vielen Toten. Bei der Epidemie in Westafrika in den Jahren 2014/15 kamen laut Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 11 000 Menschen ums Leben. Damals gab es auch Fälle Reisender, die sich in Afrika angesteckt hatten und nach Europa und in die USA geflogen waren. Zu Infektionen kam es bislang aber nur in Afrika, so wie derzeit im Osten des Kongo. Allgemein ist die Ansteckungsgefahr hoch. Inzwischen gibt es eine Impfung, die laut RKI rund 250 000 Menschen in der Region erhalten haben.

Influenzaviren sind die Erreger der „echten“ Grippe, die unter anderem mit hohem Fieber einhergeht – und vor allem für geschwächte Menschen auch tödlich sein kann. Immer wieder lösen Influenzaviren zudem „Pandemien“, also weltweite Epidemien, aus. So tötete die „Spanische Grippe“ 1918/19 mindestens 25 Millionen Menschen in Europa. An der „Hongkong-Grippe“ starben 1968/70 rund eine Million Menschen. Hintergrund: Es gibt viele verschiedene Virus-Subtypen, die sich ständig verändern – und selten sogar Gene mit tierischen Influenzaviren austauschen („Antigen-Shift“). Bei dem aktuell in Brandenburg bei einer Blessgans nachgewiesenen Vogelgrippe-Virus H5N8 ist kein Übergang auf Menschen bekannt; anders bei dem Vogelgrippe-Virus H5N1, das 1996 in Asien auftrat, zu mehr als 800 Erkrankungen bei Menschen führte – und zu über 400 Todesfällen.  ae

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