„Auf keinen Fall in die Hand niesen!“

von Redaktion

6 FRAGEN AN

Nicht nur das Coronavirus – auch Grippe- und Erkältungsviren halten Bayern gerade in Atem. Dr. Friedemann Gebhardt, Leiter der Abteilung für Krankenhaushygiene des Münchner Klinikums rechts der Isar, erklärt, wie Sie sich schützen.

Wer niest, muss derzeit mit bösen Blicken rechnen. Wie geht’s richtig?

Wichtig ist, dass man sich dabei wegdreht. Zudem sollte man, wenn möglich, wenigstens einen Meter Abstand von anderen halten. Am besten niest man in ein Einmaltaschentuch oder in die Armbeuge, auf keinen Fall aber in die Hand, da die Viren in den Tröpfchen sonst sehr leicht weitergegeben werden können.

Ist Händeschütteln tabu?

Nicht generell. Man sollte es aber einschränken: Wer krank ist, sollte darauf verzichten. Wer ein erhöhtes Risiko hat, etwa durch ein geschwächtes Immunsystem oder weil er etwas älter ist, sollte andere darauf hinweisen, dass er lieber nicht die Hand geben will.

Wie oft sollte man sich die Hände waschen?

Händehygiene ist ein ganz wesentlicher Baustein der Schutzmaßnahmen. Man fasst sich nämlich öfter an Nase, Mund und Augen, als man denkt – das fällt einem meist gar nicht auf. Darum sollte man sich immer die Hände waschen, wenn man nach Hause kommt, nachdem man sich die Nase geputzt oder geniest hat. Dadurch lässt sich die Zahl der Keime auf den Händen erheblich reduzieren – wenn man es richtig macht.

Und wie geht es richtig?

Indem man die Hände erst unter fließendes Wasser hält. Dann sollte man sie 20 bis 30 Sekunden lang einseifen – und zwar gründlich, auch zwischen den Fingern. Dann mit Wasser abspülen und abtrocknen; in öffentlichen Toiletten am besten mit einem Einmalhandtuch. Daheim verwendet möglichst jeder ein eigenes Handtuch. Die Handtücher sollte man öfter waschen.

Sollte man die Hände auch desinfizieren?

Für Gesunde reichen Wasser und Seife. Für Personen mit einem hohen Krankheitsrisiko, also zum Beispiel Immunsupprimierte und Schwangere, kann eine Desinfektion sinnvoll sein. Betroffene sollten das aber mit ihrem Arzt besprechen.

Und für unterwegs ein Desinfektionstuch?

Hat man keine Möglichkeit zum Händewaschen, kann man auch mal so ein Tuch verwenden. Das Problem: Die Anwendung ist nicht standardisiert, die Sicherheit damit oft nicht gewährleistet. Allgemein können Desinfektionsmittel auch zu Reizungen der Haut oder Allergien führen.

Interview: Andrea Eppner

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