Nach dem Protestmarsch von rund 2000 Migranten aus dem überfüllten Registrierlager Moria auf der Insel Lesbos hat sich die Lage offenbar vorerst beruhigt. Das zumindest sagte Dimitri Vafeas, Vize-Direktor des Camps der „Welt“. Die Menschen hatten am Montag gefordert, zum Festland und von dort in andere EU-Staaten gebracht zu werden. Die Polizei setzte laut örtlichen Quellen Tränengas ein. Es kam zu Konfrontationen und chaotischen Szenen.
Viele Flüchtlinge haben Angst, Athen könnte sie bald in die Türkei oder ihre Herkunftsländer abschieben. Die Regierung hat das Asylverfahren verschärft. Sie schiebt jede Woche dutzende Migranten zurück in die Türkei ab. In und um das Lager Moria sind mehr als 18 000 Menschen untergebracht. Das Camp hat aber nur eine Kapazität für 2840 Menschen. Zurzeit leben auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos mehr als 41 000 Migranten. Im April 2019 waren es 14 000.
Auch die Einwohner des Dorfes Moria protestieren gegen die, wie sie im Fernsehen sagten, „unerträglichen Zustände in ihrem Dorf“. Jugendliche Migranten randalierten, es gebe Diebstähle und andere Arten der Kleinkriminalität. Alle Migranten sollten ihrer Ansicht nach zum Festland gebracht werden. dpa