Seit 1963 findet die Siko statt, damals als „Internationale Wehrkunde-Begegnung“ – schon immer im Hotel Bayerischer Hof. Inmitten des Kalten Krieges diskutierte die BRD mit ihren Verbündeten, den USA und weiteren Nato-Staaten. Was klein begann, umfasst mittlerweile Staaten aus aller Welt. Die Themen reichen von nuklearer Sicherheit über ethische Konflikte bis zur globalen Ordnung. Einige historische Momente:
So lauteten 2003 Joschka Fischers (Grüne) Worte an US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Die USA lieferten „Beweise“, um gegen den Irak Krieg zu führen. Die Bundesregierung aus SPD und Grünen verweigerte den USA die Gefolgschaft – ein Paukenschlag, der Rot-Grün auch vor der Abwahl rettete.
Im ersten Jahr als Kanzlerin vergnügte sich Angela Merkel 2006 im Käfer’s Restaurant bei einer Konkurrenz-Veranstaltung, während beim offiziellen Eröffnungsdinner Georgiens Präsident Michail Saakaschwili sprach. Merkel entschuldigte sich: Sie habe nicht gewusst, dass der Käfer-Event inoffiziell war.
2007 schockt Russlands Staatschef Wladimir Putin die Europäer mit seiner Rede. Die USA hätten die „monopolare Weltherrschaft“ im Sinn und „ihre Grenzen in fast allen Bereichen überschritten“. Die Nato warnte er vor „ungezügelter Militär-Anwendung“. Hintergrund: die geplante Ost-Erweiterung der Nato.
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bezeichnete den Iran 2018 als „die größte Bedrohung für die Welt“. Er forderte mehr Härte gegenüber dem Land und brachte als Beweisstück ein Trümmerteil einer angeblichen iranischen Drohne mit. Die habe Israel kurz zuvor in seinem Luftraum abgeschossen. An den iranischen Außenminister gerichtet sagte Netanjahu: „Erkennen Sie das? Sie sollten es, es gehört Ihnen. Fordern Sie uns nicht heraus.“
Übergroßer Pulli statt Anzug: Im vergangen Jahr präsentierte sich Konferenzchef Wolfgang Ischinger bei seiner Eröffnungsrede in einem blauen Europa-Pullover – jedoch mit nur 11 statt 12 Sternen im Kreis. Mit seinem politischen Statement drückte er einen Bruch in der EU-Gemeinschaft durch den Brexit aus. Der fehlende Stern leuchtete allein auf der Rückseite, gemeinsam mit einer EU-Hotline.