CORONA IN KÜRZE

Louvre bleibt aus Furcht geschlossen

von Redaktion

Nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit in Südkorea drohen den Anführern einer im Zentrum der Epidemie stehenden christlichen Sekte Ermittlungen wegen Mordes. Die Stadt Seoul hat bei der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige gegen den Sektengründer Lee Man Hee (88) und zwölf weitere Mitglieder der Shincheonji-Kirche Jesu gestellt. Die größte Anhäufung von Corona-Fällen gibt es in dem Land unter Sektenanhängern in der Stadt Daegu.

Die Ansteckungsgefahr durch das Virus wächst auch in Europa weiter. Die EU-Gesundheitsagentur ECDC habe das Risiko von moderat auf hoch heraufgestuft, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag in Brüssel. Das bedeute, dass das Virus sich weiter ausbreite. Insgesamt wurden offiziell bisher rund 2100 Infektionen und 38 Todesfälle in 18 EU-Staaten nachgewiesen.

Die Lufthansa und ihre Töchter fahren ihr Flugangebot auf den Strecken nach Italien und Asien wegen der Epidemie teils deutlich zurück. „Zudem werden die Frequenzen auf innerdeutschen Verbindungen von Frankfurt nach Berlin, München, Hamburg und Paderborn sowie von München nach Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Bremen und Hannover verringert“, teilte der Konzern gestern mit. Auf den innerdeutschen Strecken geht es insbesondere um Verbindungen im Halbstundentakt zum Beispiel aus Frankfurt und München. Hintergrund ist die gesunkene Nachfrage.

Im Iran ist die Zahl der Todesopfer nach offiziellen Angaben auf 66 gestiegen. Wie Vize-Gesundheitsminister Aliresa Raisi am Montag in Teheran mitteilte, wurden seit dem Vortag zwölf weitere Todesfälle gemeldet. Zudem seien 523 neue Ansteckungsfälle festgestellt worden. Damit seien mittlerweile 1501 Menschen im Iran mit dem Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 infiziert. In keinem anderen Land außerhalb Chinas sind bislang so viele Menschen an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Sollten die offiziellen Zahlen zutreffen, wäre die Sterblichkeitsrate im Iran extrem hoch.

Der Pariser Louvre bleibt aus Angst der Mitarbeiter vor dem Coronavirus vorerst geschlossen: Die Angestellten des meistbesuchten Museums der Welt legten am Montag den zweiten Tag in Folge die Arbeit nieder. Die Louvre-Leitung rief Touristen mit gebuchten Tickets auf, per E-Mail eine Erstattung zu beantragen. Vor dem Museum warteten dutzende Menschen im Regen vergeblich auf Eintritt. In Frankreich haben Angestellte ein sogenanntes Rückzugsrecht von ihrer Arbeit, wenn eine „schwere und unmittelbare Gefahr für ihr Leben oder ihre Gesundheit“ besteht.

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