GRENZEN IM LABOR

Merkel: Kritik an Mehrfachtest

von Redaktion

München – Ein Corona-Test – so einfach gibt es den in Deutschland nicht. Getestet wird nur, wer Symptome zeigt und in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet war oder Kontakt zu Infizierten hatte. Nun kritisieren einige Ärzte die Mitteilung von Regierungssprecher Steffen Seibert, dass sich Kanzlerin Angela Merkel „in den nächsten Tagen regelmäßig testen“ lasse, „weil ein Test jetzt noch nicht voll aussagekräftig wäre.“ Der erste Test war negativ – also positiv für Merkel.

Merkel befindet sich seit Sonntag in häuslicher Quarantäne, da ein Arzt, der sie geimpft hatte, positiv getestet wurde. Bei Merkels Pressekonferenz, kurz bevor sie die Nachricht erhielt, wirkte die Kanzlerin fit. Trotzdem gelten für sie besondere Vorsichtsmaßnahmen.

In Deutschland kommt es beim Testen teils zu Engpässen und Wartezeiten über mehrere Tage. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und Charité-Virologe Christian Drosten raten deshalb zu gezielten Tests. In seinem Podcast sagte Drosten vergangene Woche, das Labor in Berlin „sei schon seit Wochen an der Leistungsgrenze“. Laut RKI habe Deutschland Kapazitäten für rund 160 000 Tests pro Woche. Insgesamt listet die Gesellschaft für Virologie bundesweit 47 Testlabore. Weiterhin gilt: Wer sich krank fühlt und Kontakt zu Infizierten hatte, soll seinen Hausarzt anrufen oder die Nummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) wählen. Ein Arzt entscheidet dann, ob ein Test durchgeführt wird. Auch wichtig: Viele Teststationen, wie auf der Theresienwiese in München, sind nur für Personen, die vom Gesundheitsamt oder von der KV geschickt werden.

Im Labor werden die Abstriche auf Erbgut des Virus untersucht. Das dauert etwa vier bis fünf Stunden. Ist der Test negativ, gibt dies jedoch nicht die volle Gewissheit, da etwa beim Transport Fehler passieren können. Ein positiver Test ist hingegen eindeutig.  cibo

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