Augsburg – Erstmals hat Augsburg eine Frau auf den Chefsessel im Rathaus gehoben. Historisch gesehen ist das die spannendere Nachricht als jene, dass Augsburg CSU-regiert bleibt. Mit Eva Weber, 42, dürfte freilich auch ein etwas anderer politischer Wind durch die Fuggerstadt wehen, denn die CSU-Frau kann ganz offen gut mit den Grünen.
Eva Weber, verheiratet, ist in Burgberg im Allgäu aufgewachsen, studierte Jura und arbeitete beim bayerischen Sparkassenverband sowie der Industrie- und Handelskammer Schwaben. 2010 wurde sie Wirtschaftsreferentin der Stadt Augsburg, später zusätzlich Finanzreferentin. Als Zweite Bürgermeisterin arbeitete sie viele Jahre eng mit OB Kurt Gribl (CSU) zusammen, der nicht mehr zur OB-Wahl antrat. In der Stichwahl lag sie mit 62,3 Prozent klar vor SPD-Mann Dirk Wurm – dessen Ergebnis aber durchaus ein Achtungserfolg ist.
Im Stadtrat steht insofern Veränderung an, als die Grünen hinter der CSU jetzt zweitstärkste Partei sind und beide Parteien inhaltlich ausreichend Schnittpunkte haben. Bisher regierten CSU und SPD mit den Grünen als kleinem Partner. Welche Rolle die SPD künftig spielt, ist offen. Mit ihrem Kontrahenten Dirk Wurm, der als Ordnungsreferent derzeit Augsburgs Frontmann in der Corona-Krise ist, kann Eva Weber zwar auch ganz gut, aber sie äußerte sich zurückhaltend. „Die Mehrheit in Augsburg will eine CSU-geführte Stadt mit stark grüner Handschrift“, sagte Weber nur.
Weber hatte im Wahlkampf auf einen Mix aus Wirtschaftsthemen, Klimaschutz, Mobilität sowie jungen Leuten auf der Stadtratsliste gesetzt. „Ich denke, ich habe damit das Großstadtgefühl vieler Wähler getroffen.“ wha