Der neue Regent von Nürnberg

von Redaktion

Marcus König, CSU, beendet die 18-jährige SPD-Vorherrschaft

Nürnberg – Seit Kriegsende war Nürnberg fast durchgängig in SPD-Hand. Nur Ludwig Scholz (CSU) konnte die Vormachtstellung 1996 für sechs Jahre brechen. Dann kam Ulrich Maly, für 18 Jahre unumstrittener SPD-Regent in der Frankenmetropole. Nun also ist Nürnberg ein zweites Mal verloren für die Genossen. Es ist die vielleicht schmerzlichste Niederlage der Kommunalwahl und „auch eine kleine Niederlage für mich“, sagte Maly, der nicht mehr angetreten war.

8750 Stimmen trennten Brehm, 35, am Ende vom Oberbürgermeisterstuhl, den nun Marcus König, 39, für die CSU besteigt. 52,2 Prozent sind keine breite Mehrheit, aber egal. Inhaltlich gab es bei beiden Kandidaten keine gravierenden Unterschiede. Dass Maly in Nürnberg extrem beliebt war, half Brehm aber nicht, die fehlende Wahlempfehlung der Grünen schadete ihm. Womöglich war König auch mehr Wählern als Person nahe, wahrscheinlich brachte ihm der Söder-Corona-Effekt wichtige Stimmen.

Marcus König ist gebürtiger Nürnberger, verheiratet und hat einen sechsjährigen Sohn. Er ist neben seinem Beruf als Abteilungsdirektor bei der Commerzbank unter anderem Geschäftsführer des Tierschutzvereins Nürnberg-Fürth und – natürlich – Clubberer. Schon mit 13 Jahren trat er der Jungen Union bei.

Politisch will König den öffentlichen Nahverkehr ausbauen sowie die Tarifstruktur vereinfachen und verbilligen. Rad- und Autoverkehr sollen besser verknüpft werden. Und er plädiert für einen Nachhaltigkeitsbeirat für die Stadtpolitik. Seit 2008 sitzt er im Stadtrat, seit 2017 ist er Fraktionsvorsitzender. CSU und SPD kündigten an, konstruktiv im Stadtrat zusammenarbeiten zu wollen.  wha

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