In Belgien ist ein zwölfjähriges Mädchen an den Folgen des Coronavirus gestorben. „Das ist ein sehr seltener Fall, aber er erschüttert uns sehr“, sagte ein Behördensprecher am Dienstag in Brüssel. Demnach hatte das Kind zuvor drei Tage lang Fieber gehabt. Es ist der erste Corona-Todesfall eines Kindes in Belgien. Vergangene Woche hatte der Tod einer 16-Jährigen bei Paris für Aufsehen gesorgt. In Belgien sind bisher mehr als 700 Menschen gestorben, über 90 Prozent waren älter als 65 Jahre. Knapp 5000 Corona-Patienten mussten bislang klinisch behandelt werden, jeder fünfte davon auf der Intensivstation. dpa
Wegen der zunehmenden Ausgangsbeschränkungen in vielen Ländern steigt die Zahl der Infektionen im familiären Umfeld. „Die meisten Ansteckungen finden jetzt im Wohnumfeld statt“, sagte der Nothilfekoordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Michael Ryan, am Montag in Genf. Deshalb müssten die Menschen auch zuhause verstärkt ihre Gesundheit überwachen. Verdachtsfälle müssten schnell erkannt, Erkrankte isoliert und die Familienmitglieder in Quarantäne gesteckt werden. Nur dann könne man über eine Lockerung der strikten Ausgangsbeschränkungen nachdenken. dpa
Wissenschaftler der Unis in Mainz und Hamburg haben anhand der Infektionszahlen des Robert-Koch-Instituts mögliche Epidemieverläufe modelliert. Sollten die Beschränkungen nach Ostern aufgehoben werden, würde demnach Anfang Juni der Höhepunkt der Epidemie mit 1,3 Millionen Erkrankten erreicht. Dauern die Maßnahmen bis Mitte Juni, wären Anfang Juli 1,2 Millionen Deutsche gleichzeitig krank. Die Zahl läge also nur um 100 000 höher, was für eine frühere Lockerung sprechen würde. Die Wissenschaftler räumen allerdings ein, dass ihre Berechnung mit „großer Unsicherheit verbunden“ ist. mm