Deutschlands Kanzleramtsminister Braun: „App ist sehr bald einsatzbereit“

von Redaktion

Die österreichische Regierung ist zurückgerudert: Pläne, die Corona-Krise per Handy-Überwachung in den Griff zu bekommen, wurden nach massiven Protesten der Opposition abgeblasen. Die ÖVP-Grünen-Koalition in Wien setzt jetzt auf freiwillige Beteiligung an der vom Roten Kreuz gestarteten Corona-App. Nach den ursprünglichen Plänen von Sebastian Kurz hätten die Gesundheitsbehörden auf die Standortdaten aller Handy-Besitzer zugreifen können. Zudem hätten jene zwei Millionen Österreicher, die kein Smartphone besitzen, einen speziellen Schlüsselanhänger bei sich tragen müssen, mit dem sie ebenfalls geortet werden sollten. Getrackt, also aufgespürt, werden bei der österreichischen App nicht alle vorbeigehenden Passanten, sondern nur „Kontakte, die man länger als 15 Minuten mit Personen in einer Distanz weniger als zwei Meter hat“, sagt Gerry Foitik vom österreichischen Roten Kreuz.

Auch Berlin denkt über die Nutzung einer Corona-Warn-App nach: Geplant ist, dass die Bürger die App freiwillig auf ihr Handy laden. Erkrankt eine Person, die die App nutzt, an Covid-19, wird jeder, der in den vergangenen 48 Stunden Kontakt hatte, automatisch benachrichtigt und gebeten, sich selbst zu isolieren. Gestern sagte Kanzleramtschef Helge Braun, die App zur Analyse der Corona-Infektionswege sei sehr bald einsatzbereit – schon in den kommenden Tagen oder spätestens Wochen. Weiter sagte der CDU-Politiker, eine solche Tracking-App sei Teil der Exit-Strategie der Bundesregierung, um die angeordneten Kontaktverbote und andere Beschränkungen schrittweise lockern zu können. Konkret werde darüber nach Ostern gesprochen. Die App ist in Deutschland bereits in der Testphase – Soldaten in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin prüfen gerade, was die Technik kann und wo es noch Probleme gibt.  kr/sts

Artikel 4 von 6