4 FRAGEN AN
Die Osterfeiertage sind die höchsten der katholischen Kirche. Doch an normale Ostergottesdienste ist derzeit nicht zu denken. Dekan David W. Theil hat sich deshalb für einen außergewöhnlichen Weg entschieden und überträgt die Messen für seine Gemeinde aus verschiedenen Kirchen in Schwabing via Livestream.
Wie fühlt es sich an, eine Messe ohne Gläubige zu feiern?
Wir feiern eigentlich keine Messe ohne Gläubige. Zwei Kirchenmusiker, Lektoren und Mesner sind anwesend. Sechs Leute sind in der riesigen Kirche kein Problem. Ich würde niemals nur für mich eine Messe feiern.
Haben Sie schon Rückmeldung aus der Pfarrgemeinde erhalten?
Wir haben eine Stream-Gemeinde von 400 bis 500 Leuten. Ich war erst skeptisch, weil es unnatürlich ist, relativ alleine in der großen Kirche zu stehen. Auch wenn der TV-Gottesdienst besser ist, in der eigenen Kirche, die einem vertraut ist, bietet sich eine ganz andere Möglichkeit der Mitfeier. Interessanterweise sind auch Ältere so technikaffin und schauen sich den Stream an.
Was halten Sie von dem Gottesdienstverbot?
Ich finde es richtig, dass wir uns an die Vorschriften halten, die epidemiologisch geboten sind. Wenn uns diese Pandemie noch zwei Jahre beschäftigt, werden wir Wege finden müssen, wie wir uns versammeln. Es wird so nicht über Monate durchzusetzen sein. Man muss auch verdienen. Kosten bleiben, aber es gibt keine Kollekten.
Was bedeutet es, in solchen Zeiten keine Messe besuchen zu können?
In allen Notzeiten, die wir bisher durchstehen mussten, war Kontakt und Nähe möglich. In dieser Notzeit heißt es: Zusammenhalt in Distanz, Solidarität durch Abstand. Das ist eine ganz neue Herausforderung.
Interview: Julian Nett