IN KÜRZE

Weltärztepräsident gegen Maskenpflicht

von Redaktion

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat die ab Montag bundesweit geltende Maskenpflicht kritisiert. „Wer eine Maske trägt, wähnt sich sicher, er vergisst den allein entscheidenden Mindestabstand“, sagte er der „Rheinischen Post“. Zudem könnten Masken bei falschem Gebrauch gefährlich werden. Das Virus konzentriere sich im Stoff, beim Abnehmen berühre man die Gesichtshaut. Schneller könne man sich kaum infizieren. Eine gesetzliche Maskenpflicht könne es nur für echte Schutzmasken geben, eine Pflicht für Schals oder Tücher sei „lächerlich“. Alle „echt wirksamen Masken“ würden aber noch für medizinisches Personal, Pflegende und Gefährdete benötigt.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hält eine Maskenpflicht erst ab dem Grundschulalter für sinnvoll. Kleinere Kinder würden Masken eher als Spielzeug betrachten, beim Herumhantieren steige dann die Infektionsgefahr.

Vorreiter Jena

In Jena hat man mit der Maskenpflicht gute Erfahrungen gemacht. In der thüringischen 110 000-Einwohner-Stadt gilt die Pflicht bereits seit 6. April. In der Folge gab es vom 10. bis zum 22. April laut Bürgermeister Christian Gerlitz (SPD) keine Neuinfektionen mehr. Gerlitz sagte der „Welt“, man habe sich so früh für eine Pflicht entschieden, weil die Tröpfcheninfektion entscheidend sei. Zudem gehe fast die Hälfte der Infektionen von Menschen aus, „die noch keine Symptome zeigen. Die können selbst gar nicht wissen, dass sie coronapositiv sind.“ Eine Maskenpflicht sei „der viel kleinere Grundrechtseingriff“ als etwa eine Quarantäne. Angesichts des Erfolgs würden nun aber auch die Jenaer wieder unvorsichtiger. Andere Schutzmaßnahmen, gerade das Kontaktverbot, würden weniger akzeptiert, da die Angst vor einer Infektion abnehme.

Gestern erklärte sich Rostock in Mecklenburg-Vorpommern für coronafrei. Seit 14 Tagen habe es keine Neuinfektion gegeben, heißt es aus dem Rathaus. Eine Maskenpflicht gilt dort auch erst ab Montag. dpa/wha

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