Die Sehnsucht nach der Schere

von Redaktion

Wochenlang hatten Friseure geschlossen, erst am Montag öffnen sie wieder: Wir haben zehn Menschen aus der Region gefragt, was die Corona-Krise mit ihrer Haarpracht gemacht hat

„Manchmal hab’ ich echt überlegt, mir die Haare selbst abzuschneiden.“ Max-Emanuel Reisch, 16, Dom-Gymnasiast aus Freising, hat seit acht Wochen keinen Friseur mehr gesehen. „Was mich besonders genervt hat: In der ersten Shutdown-Woche hätte ich meinen März-Friseurtermin gehabt“, sagt er. Das ist natürlich großes Frisurenpech.

Seither kämpft Max-Emanuel Reisch mit seiner immer üppiger werdenden Lockenpracht. Derzeit hilft nur noch ein Haarband, um freie Sicht auf die Umwelt zu haben. Das Band hat sich der findige Freisinger aus einem gemusterten Bandana-Tuch selbst gedreht. „Das ist vor allem beim Sport daheim wichtig. Denn wenn ich schwitze, werden die Haare schwer und halten gar nicht mehr.“ Aber auch am Computer, wenn Max-Emanuel seine Homeschooling-Aufgaben erledigt, müssen die „Fransen“, die ihm ins Gesicht hängen, per Band gebändigt werden. Gute Dienste leistet übrigens auch manchmal ein Käppi, wenn es gilt, die Mähne täglich in Zaum zu halten. Froh ist der Gymnasiast, dass die Salons jetzt wieder öffnen. „Ich bin so lange Haare überhaupt nicht gewohnt.“

Jetzt sehnt der 16-jährige Schüler die nächste Woche herbei – der Termin steht natürlich schon, sagt Max-Emanuel: „Zeit werd’s.“  ws

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