Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?

von Redaktion

Hochmoderne Filter säubern die Luft, aber ein Restrisiko bleibt

München – In keinem Verkehrsmittel wird die Luft besser gefiltert als im Flugzeug. Aber ganz beseitigen lässt sich das Ansteckungsrisiko wohl dennoch nicht.

Nach Angaben des Flugzeugherstellers Airbus sorgt ein komplexes Belüftungssystem in Passagiermaschinen für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko. Die Luft, eine Mischung aus Außenluft und recycelter Kabinenluft, wird in der Klimaanlage durch sogenannte Hepa-Filter (High-efficiency particulate air) geleitet. Dabei werden Mikroteilchen abgeschieden: Partikel wie das Coronavirus können laut Airbus mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,97 Prozent aus der Luft entfernt werden (siehe Grafik). Hinzu komme, dass die Luft in der Kabine permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde. So gebe es weder seitwärts noch in Längsrichtung einen horizontalen Luftstrom, der Viren „herumschleudern“ könnte.

Auch die Lufthansa stuft das Risiko als „extrem gering“ ein. Die Filter entsprächen „dem Standard der Filter eines klinischen Operationssaals. Durch die Verwendung dieser speziellen Filter ist die Kabinenluft sauberer als die, die der Mensch auf der Erde einatmet“. Zudem würden die Flugzeuge vor jedem Start gründlich gesäubert. Die Rückenlehnen zwischen den Reihen seien eine zusätzliche „solide Barriere“.

Dennoch: Enger als im Flugzeug könne man nicht reisen, sagte der Epidemiologe Timo Ulrichs dem TV-Magazin „Report Mainz“. Das Risiko einer Übertragung sei erhöht. Eine wissenschaftliche Simulation von US-Forschern ergab, dass ausgehustete Tröpfchen bis zu vier Minuten lang an Bord zirkulieren, ehe sie von der Klimaanlage gefiltert werden. Besonders gefährdet seien die Sitznachbarn. Am größten ist das Ansteckungsrisiko laut Studien auf Gangplätzen, am geringsten am Fenster.

Der US-Virologe Qingyan Chen nannte die Aussagen der Fluggesellschaften irreführend und forderte, sie sollten Masken mit FFP2-Standard ausgeben oder den Mittelsitz frei lassen. dpa/wha

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