Covid-19 in Oberbayern

von Redaktion

Sterblichkeit ist doppelt so hoch wie in Gesamtdeutschland

München – Es ist nicht ganz gerecht, spricht man von Oberbayern als dem Hotspot im Freistaat. Denn betrachtet man die Fallzahl pro 100 000 Einwohner, ist die Oberpfalz mit 487 Infizierten Schlusslicht vor Oberbayern (464).

Das gilt auch bei der Sterblichkeit: Bezogen auf die rund 1,2 Millionen Einwohner hat die Oberpfalz eine Sterblichkeit von 0,03 Prozent – in Oberbayern (4,69 Mio. Einwohner) liegt der Wert bei 0,02. Zwei von zehntausend Oberbayern sind also bisher im Zuge einer Corona-Erkrankung gestorben. In der Oberpfalz waren es drei.

Dennoch: 1005 Tote in Oberbayern sind ein trauriger Wert. Seit Freitag ist er vierstellig. Sechs neue Todesfälle wurden gemeldet – vier im Berchtesgadener Land, einer in der Stadt München, einer in Rosenheim. Vergleicht man Oberbayern mit Gesamtdeutschland (0,01), ist die Sterblichkeit mit 0,02 Prozent doppelt so hoch. Auch wegen der infektionsträchtigen Après-Ski-Partys unter anderem in Ischgl war Oberbayern einer der ersten Hotspots.

Betrachtet man die Situation in Oberbayerns Landkreisen, macht die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner die unterschiedlich stark besiedelten Kreise vergleichbar. Die Zahlen werden täglich vom Landesamt für Gesundheit (LGL) veröffentlicht.

Spitzenreiter im negativen Sinne bleibt hier der Landkreis Tirschenreuth mit 1574 Infizierten pro 100 000 Einwohner. Das Coronavirus hatte dort bei einem Starkbierfest leichtes Spiel.

Hohe Zahlen weist die Statistik unter anderem für Weiden Stadt (793), Straubing Stadt (896), Rosenheim Stadt (818) und die Kreise Wunsiedel (902), Traunstein (749), Rosenheim (877), Neustadt a.d. Waldnaab (882), Erding (463), Altötting (544) Dachau (599), Freising (542) und Miesbach (589) auf. Miesbach war zwischenzeitlich der am zweithärtesten betroffene Landkreis nach Tirschenreuth, hat aber seit Wochen keine Neuinfektion mehr. Auch in den meisten anderen Landkreisen Oberbayerns hat sich die Lage beruhigt.

Ein aktueller Hotspot ist die Stadt Fürth, wo es an zwei Schulen Coronaausbrüche gab. Am Donnerstag hatte Fürth 34 Neufälle gemeldet, am Freitag weitere fünf.

Viele Kreise sind wiederum kaum betroffen. Die wenigsten Infizierten pro 100 000 Einwohner gibt es in Memmingen Stadt (119), Oberallgäu (122), Main-Spessart (124) und Augsburg Stadt (154). Gar keinen Todesfall gab es bisher nur in der Stadt Memmingen. Die meisten Todesfälle gab es verständlicherweise in Ballungszentren wie München Stadt (218), Kreis München (92), Kreis & Stadt Rosenheim (218), Kreis & Stadt Fürth (96). Tirschenreuth hat 138 Corona-Tote gemeldet.

Laut LGL sind vor allem Ältere gefährdet. 667 der insgesamt 2591 Toten in Bayern waren 70 bis 79 Jahre alt, 1140 80 bis 89 Jahre und 398 90 bis 99 Jahre. Bei Jugendlichen bis 19 Jahre gab es nur einen einzigen Todesfall. wha

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