Langenbach – Niemand legt sich gerne unters Messer. Aber manchmal kommt man um die OP nicht mehr herum. So wie Wolfgang Klaus aus Langenbach im Kreis Freising. Der 67-Jährige litt an schwerster Arthrose – genauer gesagt an Gonarthrose, wie Mediziner die Verschleißerkrankung des Kniegelenks nennen. „Ich konnte kaum noch stehen, geschweige denn längere Strecken ohne Schmerzen gehen“, sagt Klaus.
Innerhalb eines halben Jahres bekam Klaus zwei Endoprothesen – und seitdem hat er seine Lebensqualität zurück. Gerade radelt der pensionierte Diplom-Ingenieur, der 30 Jahre bei BMW arbeitete, mit seiner Ehefrau an die Ostsee. Seine Geschichte macht vielen Leidensgenossen Mut. 18 Etappen von je 60 bis 80 Kilometern täglich, quer durch die Republik, bis sie nach 1300 Kilometern hoffentlich endlich die müden Beine ins Wasser legen können: Das Ehepaar Klaus hat ein ehrgeiziges Tourenziel. Doch weder die Gesamtstrecke noch die Dauerbelastung über fast drei Wochen bereiten dem 67-Jährigen Kopfzerbrechen: „Heuer bin ich schon 400 Kilometer geradelt“, sagt er, „und hatte dabei keine Probleme. Die Knie sind nicht angeschwollen, ich habe auch keine Schmerztabletten gebraucht.“
Das war bis vor zwei Jahren anders. Die Knorpelschicht in seinen Knien war am Ende schlichtweg zerstört. Als weder Physiotherapie noch Injektionen mit Hyaluronsäure halfen und die Schmerzen immer größer wurden, ließ sich Klaus im Uniklinikum rechts der Isar operieren. Im Frühjahr 2018 versorgte Professor Dr. Rüdiger von Eisenhart-Rothe das linke Kniegelenk, im Herbst das rechte.
Klaus kam schnell wieder auf die Beine. „Er hat von seiner guten Oberschenkelmuskulatur profitiert. Je besser trainiert man in die Gelenkersatz-OP geht, desto besser ist die Prognose für eine rasche Heilung“, sagt von Eisenhart-Rothe. Sein Patient hielt sich mit Radeln fit: „Das hat meinen Knien immer gutgetan.“
Mit seinen neuen Gelenken kann der leidenschaftliche Radler jetzt wieder unbeschwert in die Pedale treten. Allenfalls die 15 Kilo schwere Gepäcktasche könnte ihn auf der Fahrt zur Ostsee ein bisserl bremsen. Aber Klaus nimmt’s gelassen: „Wir sind das Extragewicht ja gewohnt, wir haben solche Touren schon oft gemacht.“ Und jetzt hat er ja zwei eisenharte Knie, um die nächsten Fernfahrten zu stemmen. bez