TIPPS IN KÜRZE

von Redaktion

Eine Gelenkersatz-OP muss nicht zwingend immer unter Vollnarkose vorgenommen werden. Sowohl künstliche Knie als auch Hüften lassen sich auch unter Teilnarkose einsetzen. Bei der sogenannten Spinalanästhesie wird nur die untere Körperhälfte betäubt, der Patient ist bei vollem Bewusstsein, erhält aber in der Regel ein Beruhigungsmittel. Dieses Verfahren ist weniger belastend für das Gehirn. „Gerade für ältere Patienten mit Vorerkrankungen kann eine Spinalanästhesie eine gute Alternative sein. Welches Verfahren im Einzelfall sinnvoll ist, sollte man vor der OP mit dem Narkosearzt genau besprechen und festlegen“, sagt Professor Dr. Rüdiger von Eisenhart-Rothe. Der Hintergrund: In manchen Fällen kann der Patient nach einer Narkose vorübergehend etwas verwirrt sein, Ärzte sprechen dann von einem Durchgangssyndrom. Am häufigsten tritt es zwischen dem zweiten und siebten Tag nach der OP auf, es hält in der Regel drei bis vier Tage an. Das Risiko für ein Durchgangssyndrom steigt mit dem Alter, mit bestimmten Vorerkrankungen und der Zahl der Narkosen, die ein Patient in kurzem Zeitraum erhalten hat.

Die Lebensdauer – Mediziner sprechen von Standzeit – der Implantate hat sich enorm verlängert. So halten künstliche Hüften und Knie durchschnittlich 15 Jahre. „In vielen Fällen kommen die Patienten aber auch 20 Jahre oder noch länger gut mit ihren Endoprothesen zurecht“, sagt Prof. von Eisenhart-Rothe.

Von Osteoporose – im Volksmund Knochenschwund genannt – sind allein in Deutschland 5,2 Millionen Frauen und 1,1 Millionen Männer ab 50 Jahren betroffen. Diese Erkrankung führt oft zu Oberschenkelhalsbrüchen. Sie erfordert im Zusammenhang mit künstlichen Gelenken eine gründliche Diagnostik und Planung. Von Eisenhart-Rothe sagt: „Osteoporose kann die Standzeit verringern und eine Zementierung der Prothese erforderlich machen. Sie sorgt für eine stabile Verankerung im Knochen, hat aber den Nachteil, dass sich das Implantat im Falle einer nötigen Wechsel-Operation schwerer entfernen lässt.“

Unter einer Prothese können sich viele Patienten etwas vorstellen, aber warum sprechen die Ärzte immer von einer Endoprothese? „Endo kommt aus dem Griechischen und bedeutet innen. Eine Endoprothese ist also eine Prothese, die im Inneren des Körpers verwendet wird“, erklärt von Eisenhart-Rothe.

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