„Geld schießt keine Tore“, sagte Bayern-Coach Otto Rehhagel. 25 Jahre ist das her. Ausgerechnet der Ex-Klub der Trainerlegende hat längst den Gegenbeweis angetreten. Die Dominanz der Münchner ist auch das Ergebnis erfolgreichen Wirtschaftens – was dem Verein nun immer häufiger große Transfers ermöglicht.
Alleine der Blick auf den Jahresumsatz zeigt, warum kein Bundesligist dem FCB das Wasser reichen kann. In den vergangenen zehn Spielzeiten (2009/10 bis 2018/19) schraubte der Rekordmeister seinen Umsatz von 350 auf über 750 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern stieg in dieser Zeit von drei auf 52 Millionen.
Zum Vergleich: Borussia Dortmund steigerte den Umsatz im gleichen Zeitraum von 110 auf 490 Millionen, machte in der abgelaufenen Spielzeit einen Gewinn von 17 Millionen. Die Differenz zwischen den beiden Klubs beträgt 35 Millionen – das ist exakt die Ablösesumme für Benjamin Pavard.
Apropos Transfers: Seit der Saison 2009/2010 hat der FC Bayern rund 760 Millionen in 103 neue Spieler investiert und nahm für 100 Abgänge knapp 380 Millionen ein. Daraus ergibt sich ein Minus von 380 Millionen. Solche Zahlen kann sich kein anderer deutscher Klub leisten. Der BVB zahlte für 144 Zugänge rund 660 Millionen, nahm in der gleichen Zeit aber über 760 Millionen durch den Verkauf von 136 Kickern ein – ein Plus von 100 Millionen. Tiefrote Transferzahlen wie die Münchner schrieben nur RB Leipzig (187 Millionen Verlust) und der VfL Wolfsburg (175 Millionen).
Und die Bayern setzten weitere Rekordmarken. Neun der zehn teuersten Bundesligaspieler wechselten nach München. Allen voran Lucas Hernández, der vergangenen Sommer für 80 Millionen von Atlético Madrid kam. Dazu Corentin Tolisso (41,50 Mio.) und Javi Martinez (40 Mio.) und nun Leroy Sané (49 Mio.). Diese Summen können sich die Münchner auch leisten, weil sie in der Champions League stets weit kommen. Seit dem Titelgewinn 2013 kassierte der FCB Prämien in Höhe von 475 Millionen Euro, der BVB 315 Millionen. Seit vergangener Saison greift dort zusätzlich eine Zehn-Jahres-Wertung, die Erfolge der Vergangenheit finanziell entlohnt. Das brachte dem FCB heuer – ohne ein Spiel in der Königsklasse absolviert zu haben – schon zehn Millionen mehr ein als dem BVB. J. AUSTERMANN