ZUGUNGLÜCKE IN BAYERN

von Redaktion

9. Februar 2016: Zwölf Menschen sterben beim schwersten Zugunglück in Bayern seit gut 40 Jahren. Auf der eingleisigen Strecke zwischen Rosenheim und Holzkirchen rasen in Bad Aibling im Kreis Rosenheim zwei Nahverkehrszüge frontal ineinander. Der Fahrdienstleiter hat später vor Gericht gestanden, bis kurz vor dem Zusammenstoß der Züge ein Fantasy-Rollenspiel auf seinem Handy gespielt zu haben. Vom Spielen abgelenkt, stellte er an jenem Unglücksmorgen mehrere Signale im Stellwerk falsch. Beim Absetzen eines Notrufes drückte der 40-Jährige zu allem Unglück auch noch eine falsche Taste. Der Alarm erreichte die Lokführer nicht. Der Frontalzusammenstoß war daraufhin nicht mehr zu verhindern.

6. November 2015: Am Bahnübergang in Freihung in der Oberpfalz kommen zwei Menschen ums Leben, vier werden verletzt. Ein Lkw, der einen Militär-Lastwagen auf dem Tieflader transportierte, war an dem Bahnübergang hängengeblieben und von dem Zug gerammt worden.

22. Juni 2001: Ein schwarzer Tag für den bayerischen Schienenverkehr. Bei zwei Unglücken an Bahnübergängen sterben 7 Menschen, mindestens 44 werden verletzt. In der Nähe von Vilseck-Gressenwöhr in der Oberpfalz rast ein Regionalzug in einen Lastwagen der US-Armee. Der Lokführer, der Lkw-Fahrer und ein Zugfahrgast sterben. Elf Stunden später rammt ein Regionalzug an der Strecke Donauwörth-Dillingen in Schwaben ein Auto. Ein Ehepaar und zwei Kinder sterben in dem Wagen.

18. Februar 1999: In Immenstadt im Allgäu stößt ein Intercity-Zug mit einem Interregio zusammen. Zwei Menschen kommen ums Leben, 20 werden verletzt.

24. April 1992: Ein Güterzug entgleist auf der Strecke Stuttgart–München in Höhe Augsburg-Hochzoll. Ein Waggon kippt um. Hunderte Liter der leichtentzündlichen Flüssigkeit Amylpropionat laufen aus. Dennoch geht der Unfall glimpflich aus, ein größerer Umweltschaden bleibt aus.

8. Juni 1975: Im Oberland zwischen Schaftlach und Warngau sterben an dem strahlenden Frühsommersonntag 43 Menschen, mehr als 100 werden verletzt. Es ist eines der schwersten Zugunglücke in der deutschen Nachkriegsgeschichte – und es ist fast vorprogrammiert. Der Sommerfahrplan sieht einen zusätzlichen Zug für die Sonntags-Ausflügler vor. Und an den Bahnhöfen passiert an jenem Tag offenbar ein fataler Fehler: Die Bahnbediensteten lassen beide Züge abfahren und melden sie erst dann beim jeweils anderen Fahrdienstleiter an.  sts/dpa

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