„Die türkische Regierung leugnet den kulturellen Wert (der Hagia Sophia, d. Red.) für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Die Umwandlung ist ein schwerer Fehler.“
Manfred Weber
Fraktionsvorsitzender der EVP-Fraktion im EU-Parlament
„Ich begrüße, wenn in einem Gotteshaus wieder ein Gott angebetet wird. Die Hagia Sophia wurde ja schließlich nicht als Verwahranstalt und Showroom von Kultgegenständen gebaut.“
Feridun Zaimoglu
Deutscher Schriftsteller mit türkischen Wurzeln
„Es ist eine traurige Widerspiegelung des Zustands der türkischen Demokratie, dass ein Monument von solch globaler Wichtigkeit und solchem Wert zu einem politischen Werkzeug eines autoritären Machthabers wird.“
Kommentar in der „New York Times“
„Die Ketten sind gebrochen.“
Die islamistische Tageszeitung „Yeni Akit“
„Nach außen scheint das so, als wäre das eine fromme Handlung. Tatsächlich wird Religion instrumentalisiert, um Macht zu demonstrieren. Zudem geht es (Erdogan) darum, zu zeigen: ,Ich, im Namen des Islams, kann die Christen symbolhaft erniedrigen‘.“
Mouhanad Khorchide
Islamwissenschaftler von der Uni Münster
„Die taktischen Politikspiele eines Präsidenten, der konservative Muslime beeindrucken will, sind erbärmlich. Nach 85 Jahren wird die Hagia Sophia dazu missbraucht, Macht zu demonstrieren und Zwietracht zu säen. Erdogan spricht von einer ,Auferstehung‘. Das ist eine gezielte Provokation. Sophia ist der griechische Begriff für Weisheit. Wäre Erdogan ein weiser Staatsführer, würde er versöhnen und nicht spalten wollen.“
Margot Käßmann
Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland
„Die Entscheidung nimmt einigen Türken den Stolz, eine säkulare muslimische Nation zu sein. Es gibt Millionen von Türken wie mich, die sich darüber aufregen, aber deren Stimmen nicht gehört werden.“
Orhan Pamuk
türkischer Literaturnobelpreisträger
„Ich empfinde großen Schmerz.“
Papst Franziskus
„Diese Entscheidung ist sicherlich kein Beitrag zur Völkerverständigung.“
Heiko Maas
Außenminister
„Dieser Schritt beleidigt auf brutale Weise das historische Gedächtnis, untergräbt den Wert der Toleranz und vergiftet die Beziehungen der Türkei zur gesamten zivilisierten Welt. Die türkische Regierung muss ihre Entscheidung revidieren.“
Katerina Sakellaropoulou
Griechenlands Staatspräsidentin