Einmal rund um die Welt: Lola Montez‘ schillerndes Leben

von Redaktion

In der Münchner Schönheitengalerie dürfte ihr Porträt das berühmteste sein: Mit roter Blume im schwarzen Haar, dazu ein hochgeschlossenes Kleid mit weißem Spitzenkragen – so ließ König Ludwig I. die spanische Tänzerin Lola Montez von Joseph Stieler ins Bild setzen. Als Eliza Rosanna Gilbert kommt sie am 17. Februar 1821 im irischen Grange zur Welt. Ihre Mutter ist 15, der Vater ein junger Soldat. Zwei Jahre ist das Kind, als die Familie nach Indien übersiedelt. Nach der Ankunft steht die Mutter mit dem Kind allein da, weil der Gatte an Cholera verstirbt. Mit fünf wird Lola zu Verwandten nach Schottland gebracht.

Im Internat durchläuft Eliza eine klassische Ausbildung für höhere Töchter. Doch das viktorianische Ideal des gehorsamen Kindes ist nichts für sie. Mit 16 brennt sie mit einem jungen Offizier durch. Sie heiraten, gehen nach Indien – und lassen sich bald wieder scheiden. In London erfindet sich die 18-Jährige neu. Sie wird Künstlerin und Tänzerin. Ihr neuer Name lautet seitdem: „Maria de los Dolores Porry y Montez“, kurz: Lola Montez. Auftritte hat sie bald in ganz Europa. Sie inszeniert sich als temperamentvolle und Zigarren paffende Frau. Am 5. Oktober 1846 trifft Lola in München ein. Schon zwei Tage später verschafft sie sich eine Audienz bei Ludwig I. Er erlaubt ihr den Auftritt im Hoftheater, vor allem aber erliegt er ihrer Schönheit. Die Minister und das Volk sind aufgebracht. Es kommt zu Tumulten. Am Ende dankt Ludwig 1848 ab. Lola verlässt Bayern, zieht in die Schweiz, heiratet und lässt sich wieder scheiden. Dann wagt sie den Sprung in die USA. Als Tänzerin sorgt sie mit ihrer Geschichte „Lola Montez of Bavaria“ für Furore. Sie stirbt mit nur 39 Jahren – an einer Lungenentzündung. Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof in Brooklyn.  kna

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