VIROLOGIN

Astrazeneca vor allem an Ältere verimpfen

von Redaktion

München – Die Impfstrategie in Deutschland sorgt nach wie vor für Debatten. Jetzt hat die Chefvirologin des Uniklinikums rechts der Isar, Professor Ulrike Protzer, eine Kurskorrektur vorgeschlagen. Danach sollten ältere Menschen verstärkt mit Astrazeneca und Jüngere mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna geimpft werden. Der Grund: „Neuere Daten aus England deuten darauf hin, dass der Vektorimpfstoff von Astrazeneca einen sehr, sehr guten Schutz bietet vor einem schweren Krankheitsverlauf und davor, ins Krankenhaus zu kommen“, sagt Protzer. Astrazeneca schütze aber nicht so gut vor einer oft unentdeckten oder mild verlaufenden Infektion wie die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna. „Jüngere haben im Durchschnitt mehr Kontakte als Ältere und sind damit stärker gefährdet, das Virus trotz einer Impfung an andere weiterzugeben“, sagte Protzer unserer Zeitung.

Bislang ist der Astrazeneca Impfstoff in Deutschland für Senioren nicht empfohlen worden, weil der Nachweis der Wirksamkeit in der Altersgruppe 65 plus zum Zeitpunkt der Zulassung nicht vorlag. Inzwischen stehen weitere Daten zur Verfügung. „Sie belegen, dass der Astrazeneca-Impfstoff auch bei Menschen über 65 sehr gut wirkt“, erläutert Protzer. Die ständige Impfkommission des Bundes (Stiko) hat die zusätzlichen Daten des britisch-schwedischen Impfstoffherstellers bewertet und aktuell entschieden, ihn auch für Menschen über 65 Jahre zu empfehlen.  bez

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